Intel Neuer Prozessor soll Spitzenposition festigen

Im Wettbewerb um den schnellsten Computerchip der Welt hat der Chip-Bauer eine neue Trumpfkarte gezogen. Der Nachfolger des Pentium III-Prozessors arbeitet angeblich mit einer Taktgeschwindigkeit von maximal 1,5 Gigahertz.

Palm Springs - Der neue Prozessor soll laut Intel doppelt so schnell sein wie die aktuell verkauften Pentium-Spitzenmodelle. Allerdings existiert der Pentium III-Nachfolger derzeit nur als Prototyp mit dem Namen "Willamette". "Es handelt sich um eine frühe Version des Willamette", sagte Intel-Vizepräsident Albert Yu bei der Präsentation des Chip-Musters auf dem Intel-Entwickler-Forum.

Der weltgrößte Chip-Hersteller stand unter Druck und mußte schnell reagieren. Denn die Konkurrenz, in diesem Fall Advanced Micro Devices (AMD), hatte vor gut einer Woche in San Francisco mit einem in Dresden hergestellten Prototypen eines neuen Athlon-Chips eine Spitzen-Taktfrequenz von 1,1 Gigahertz erreicht.

Die Geschwindigkeit des Prozessors ist allerdings nicht alles: Wie schnell ein Rechner wirklich ist, hängt nicht nur von der Chip-Taktfrequenz ab, sondern auch von anderen Bauteilen wie der Grafikkarte, dem Hauptspeicher oder der Festplatte. Auf dem Markt bietet Intel derzeit einen Pentium III mit 800 Megahertz an, AMDs schnellster Athlon-Chip läuft mit 850 Megahertz.

Der "Willamette" wird nach Ansicht vieler Experten von Intel unter dem Namen "Pentium 4" vermarktet werden. Der Chip-Hersteller selbst hat sich nach eigenen Angaben allerdings noch nicht auf einen Markennamen festgelegt. "Wir werden bis zum Jahresende Hunderttausende "Willamettes" ausliefern. 2001 werden es Millionen sein", sagte Yu. Mit dem "Willamette" lege Intel ein komplett neu entworfenes 32-Bit-Chip-Design vor.