Sprint Nextel Übernahmespekulation drückt T-Aktie

Eine britische Zeitung berichtet, die Deutsche Telekom stehe kurz vor der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel. Die Telekom-Aktionäre verkaufen ihre Anteile deshalb in Scharen. Die T-Aktie ging im Vormittagshandel auf Talfahrt - anders als das Papier von Sprint Nextel, das einen veritablen Kurssprung hinlegte.

Hamburg - Spekulationen über ein bevorstehendes Übernahmeangebot der Deutschen Telekom  für den drittgrößten US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel  haben die Aktien des Bonner Konzerns am Montag auf Talfahrt geschickt. Die Anteilsscheine notierten am Morgen 1,4 Prozent tiefer bei 9,40 Euro. Der Markt wolle nicht sehen, dass die Telekom in der derzeitigen Lage Milliarden für eine Übernahme ausgibt, sagte ein Händler.

Angesichts des Schuldenstands der Telekom wäre im Falle einer Kaufofferte für Sprint wohl mit einer Kapitalerhöhung zu rechnen, erklärte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Dies laste auf der Aktie. Die britische Zeitung "Sunday Telegraph" hatte berichtet, die Deutsche Bank  sei von der Telekom bereits als Berater für eine mögliche Übernahme der an der Börse rund elf Milliarden Dollar schweren Sprint Nextel auserkoren worden. Die Deutsche Telekom hatte einen Kommentar abgelehnt.

Die Spekulationen um eine Übernahme beflügelten dagegen die Anteilsscheine von Sprint Nextel. Die in Frankfurt gelisteten Papiere des US-Mobilfunkanbieters stiegen um 19 Prozent. Am Freitag hatten Sprint-Papiere an der Wall Street bei 3,77 Dollar geschlossen. Sprint Nextel hatte im zweiten Quartal angesichts anhaltend sinkender Kundenzahlen einen Nettoverlust von 384 Millionen Dollar verbucht.

Die Deutsche Telekom hatte erst vergangene Woche eine Lösung für ihr schwächelndes britisches Mobilfunkgeschäft präsentiert. So will die Telekom ihre Tochter T-Mobile UK in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der France-Telecom-Tochter Orange  einbringen und damit zum größten Anbieter in Großbritannien aufsteigen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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