Chipmarkt Fusion in Dresden?

Das Golfemirat Abu Dhabi will den Chiphersteller Chartered Semiconductor aus Singapur übernehmen. Eine Zusammenlegung mit dem Dresdener Chipwerk Globalfoundries, einem Joint Venture mit AMD, wird nicht ausgeschlossen.

Singapur - Der Staatsfonds ATIC aus Abu Dhabi erklärte, für Chartered 1,8 Milliarden Dollar zu bieten. Im vergangenen Jahr hatte der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD)  seine Werke - und damit auch den Standort in Dresden - in die Gemeinschaftsfirma Globalfoundries mit Unterstützung der Finanzinvestoren aus der Golfregion ausgegliedert. Abu Dhabis staatliche Beteiligungsgesellschaft ATIC hatte insgesamt 2,1 Milliarden Dollar in das Joint Venture investiert.

Mit dem Zukauf in Singapur setzen die Araber ihre Bemühungen fort, an die Spitze der internationalen Chipindustrie vorzudringen, in der auch das deutsche Unternehmen Infineon  tätig ist.

Experten gehen davon aus, dass eine Kombination von Chartered und Globalfoundries die Hersteller TSMC und UMC aus Taiwan unter Druck setzen könnte, die bisher rund zwei Drittel des 20 Milliarden Dollar schweren Marktes für die Chip-Auftragsfertigung für sich beanspruchen. Der defizitäre Konzern Chartered produziert unter anderem Chips für die Spielekonsole Xbox von Microsoft .

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba  verhandelt unterdessen Kreisen zufolge mit Chartered und Globalfoundries über eine Produktionsauslagerung bei Halbleitern der nächsten Generation.

manager-magazin.de mit Material von reuters