Samstag, 18. Januar 2020

Ifa 100.000 kamen am Wochenende

Die Internationale Funkausstellung in Berlin läuft gut an, sagen die Veranstalter. Auch die Aussteller zeigten sich am Wochenende zufrieden. Großes Interesse unter den Besuchern wecken modernste TV-Flachbildschirme. Derweil bereitet die Branche ihre Kunden vorsichtig auf das 3D-Fernsehen vor.

Berlin - Die Ifa in Berlin, die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik und Haushaltselektrogeräte, hat am Wochenende über 100.000 Besucher angelockt. Die Aussteller seien überaus erfreut über den bisherigen Verlauf und hätten bislang ein "sehr gutes Messegeschäft" gehabt, sagte ein Ifa-Sprecher am Sonntag. "Die Hallen sind sehr gut besucht." Bis zum kommenden Mittwoch werde das Ziel von mehr als 200.000 Gästen erreicht.

3D für die Masse: Besucher mit Spezialbrillen verfolgen in Berlin einen 3D-Trailer eines japanischen Elektronikkonzerns. Das 3D-Fernsehen ist ein Thema der Ifa. Experten schätzen aber, dass der Durchbruch der Technologie noch drei bis sieben Jahre auf sich warten lassen werde
Auch von den Ausstellern gebe es trotz der Wirtschaftsflaute keine Klagen, sagte Roland Stehle, Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik GFU. "Die Ziele für Samstag sind großteils übertroffen worden", erklärte er. Auf der Ifa zeigen bis zum 9. September 1164 Aussteller aus 60 Länder Angebot von TV-Geräten, Speichermedien, Fotografie, Kommunikation bis zu Haushaltsgeräten.

Flachbildfernseher im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der diesjährigen Internationalen Funkausstellung stehen wie in den Vorjahren auch hochauflösende Flachbildfernseher (HDTV). Die Verbraucher, die am Samstag durch die Hallen auf dem Messegelände unterm Funkturm schlendern, staunen über gestochen scharfe Farbbilder und präzise Wiedergaben selbst sehr schneller Bewegungsabläufe auf immer flacheren Monitoren. Neben Verbesserungen in der Bildqualität wirbt die Industrie mit der gesteigerten Energieeffizienz ihrer Geräte. "Braucht so wenig Strom wie ein Kaktus", heißt es beim Flachbildfernseher eines deutschen Herstellers.

Selbst die Stiftung Warentest urteilte Ende Juli: "Unterm Strich werden die Flachbildfernseher immer besser. Viele Kinderkrankheiten sind ausgeheilt. Inzwischen kann sich der Kauf eines Flachfernsehers lohnen." Die GFU gibt aber zu bedenken, dass es auch im HD-Zeitalter große Unterschiede in Bild, Ton und Ausstattung gibt.

Neben Technik-Innovationen ist Weiterbildung ein Thema

Die Ifa wird jedoch nicht nur zur Produktschau genutzt, sondern auch um Handel und Handwerk die Bedeutung einer umfassenden beruflichen Weiterbildung zu vermitteln. Mit Messebeginn startete die Fortbildungsinitiative "PluralMedia". Selbst Fachleute blicken bei der Vielfalt der multimedialen Komponenten oft nicht mehr richtig durch. Unter dem Strich sind die Konsumenten die Verlierer, denn oft genug verzichten sie freiwillig auf die Nutzung der gebotenen Möglichkeiten.

Dies solle die Bildungsinitiative verhindern helfen, sagte Geschäftsführer Theo Ubbens. Ziel sei, ein qualifiziertes Bindeglied zwischen Geräteherstellern und Verbrauchern zu entwickeln. Die bundesweite Initiative werde von den Fachverbänden Bitkom, BVT und ZVEI getragen. Der TÜV Rheinland soll eine Zertifizierung für besonders geschulte Händler anbieten. Damit kann der Verbraucher sicher sein, dass er von Experten umfangreich und fachkundig beraten wird.

Bedeutende Hersteller von Unterhaltungselektronik unterstützten die Initiative, ebenso mehrere Einkaufskooperationen, erklärte Ubbens. Er geht davon aus, dass es Zuschüsse von den Bundesländern zu den Weiterbildungskosten geben wird.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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