Dienstag, 17. September 2019

Jobbörse Axel Springer kauft Stepstone-Mehrheit

Die Axel Springer AG hat ihre Anteile am norwegischen Jobbörsenanbieter Stepstone erhöht. Der Medienkonzern hält jetzt mehr als 50 Prozent und wird ein Pflichtangebot zur Übernahme der restlichen Aktien machen. Die Anleger reagieren euphorisch auf die Nachricht.

Hamburg - Der Medienkonzern Axel Springer Börsen-Chart zeigen ist beim geplanten Ausbau des Internetgeschäfts mit der Übernahme der Onlinejobbörse Stepstone einen großen Schritt vorangekommen. Der Anteil an dem norwegischen Unternehmen sei für knapp 25 Millionen Euro von 33 auf etwas mehr als 53 Prozent aufgestockt worden, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Berlin mit. Den übrigen Stepstone-Aktionären werde zudem angeboten, ihre Anteile für 8,60 norwegische Kronen an Springer zu verkaufen. Sollten hier alle Anteilseigner zuschlagen, würde die Übernahme knapp 90 Millionen Euro kosten.

Springer übernimmt: Stepstone gehört zum Großteil bereits dem Medienkonzern
"Dies ist ein wichtiger Schritt für digitales Wachstum", sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. "Wie angekündigt, nutzen wir unseren Finanzierungsspielraum für Investitionen mit einem klaren Fokus auf den weiteren Ausbau des digitalen Geschäfts."

Durch die Mehrheitsübernahme kann Springer bereits von diesem Jahr an den Umsatz Stepstones voll in der eigenen Bilanz berücksichtigen. Dies dürfte den Erlös im Bereich digitale Medien um rund 100 Millionen Euro nach oben treiben. Im vergangenen Jahr hatte der Verlag rund 383 Millionen Bereich im digitalen Geschäft erlöst. Der Gesamtumsatz des Springer-Konzerns lag 2008 bei rund 2,7 Milliarden Euro.

Springer rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang bei Stepstone um gut 20 Prozent. 2008 hatte das norwegische Unternehmen 123,5 Millionen Euro umgesetzt und vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 15,7 Millionen Euro verdient.

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres konnte sich die neben Monster führende Online-Stellenbörse der Krise nicht entziehen und musste bereits einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. Hierzulande war Springer bereits vor der Transaktion mit 49,9 Prozent an der Stepstone Deutschland AG beteiligt und hat damit jetzt vollen Durchgriff auf das deutsche Geschäft.

Stepstone sieht sich selbst als eine der weltweit größten Onlinejobbörsen und hat eigenen Angaben zufolge mehr als 16.000 Kunden. In Deutschland werden derzeit auf der Seite stepstone.de rund 24.000 Stellen angeboten. Europaweit sind es der Internetseite zufolge mehr als 400.000.

Größter Konkurrent in Deutschland ist das an der Nasdaq notierte Unternemen Monster . Am norwegischen Aktienmarkt wurde die Übernahme durch Springer und die Offerte an die übrigen Aktionäre mit einem kräftigen Kursaufschlag honoriert. Das Stepstone-Papier legte um 28,7 Prozent auf 8,60 norwegische Kronen zu. Die Springer-Aktie legte in Frankfurt nach anfänglichen Kursverlusten leicht zu

manager-magazin.de mit Material von dpa und dow jones

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