Samstag, 18. Januar 2020

HDTV Hürdenlauf um Verschlüsselung

Viele Jahre Entwicklungszeit hat es gekostet, nun sind die ersten Probeläufe für das Fernsehen in hoher Auflösung am Start. Doch vor die schöne neue Fernsehwelt werden für den Verbraucher erst einmal Mauern aufgezogen. Die geplante Verschlüsselung von Programmen und technische Standards dürften für die Zuschauer Hürden darstellen.

Berlin - Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten strahlten bereits zur Leichtathletik-WM in Berlin erste Sendungen mit gestochen scharfen Bildern in HD aus. Und die Ifa in Berlin wird mit dem Satellitenbetreiber Astra einen Demokanal über die Highlights der Messe in HD senden. Doch bevor das Fernsehen in hoher Auflösung massentauglich wird, sind noch einige Hürden zu überwinden.

Geringe HDTV-Verbreitung: Sendeanstalten haben erheblichen Einfluss
Das Kürzel HDTV (High Definition Television) steht auf der Ifa in Berlin für eine der großen Publikumsattraktionen und die Hoffnung der Industrie. Mithilfe neuer technischer Standards wollen aber zumindest die privaten Sender ihre HD-Programme nur verschlüsselt ausstrahlen. Die Sendeanstalten werden künftig darüber entscheiden, unter welchen Bedingungen der Zuschauer einen Film ansehen sowie in welcher Qualität und ob er sie aufnehmen darf.

Voraussetzung für den Empfang der Programme in hoher Auflösung soll eine Settop-Box mit sogenannter CI-Plus-Schnittstelle sein. Über den dort integrierten Schutzmechanismus lässt sich die Kopierfähigkeit einzelner Filme bestimmen. Und die Sender werden vermutlich auch alles dafür tun, dass ihre Werbung nicht mehr übersprungen werden kann, sagt Helmut Stein von der Deutschen TV-Plattform.

RTL und Vox starten im November

Der "vermeintliche Verbraucherschreck CI Plus" (Zitat Deutsche TV-Plattform) könnte damit vielen Besitzern moderner HD- Aufzeichnungsgeräte wie Blu-ray-Rekorder einen Strich durch die Rechnung machen. Es stelle sich tatsächlich die Frage, ob Festplattenrekorder auf lange Sicht damit überflüssig werden könnten, sagt Martin Beckmann von Sharp.

Der Kopierschutz sei allerdings die Grundvoraussetzung für die Sender gewesen, ihre Inhalte überhaupt in der hohen Qualität auszustrahlen, sagt Silke Goedereis von der Astra-Tochter HD+ GmbH. Wann und ob überhaupt ein Kopierschutz zum Einsatz komme, sei aber noch längst nicht geklärt. Volker Blume von Philips erwartet, dass über CI Plus auch das für das zeitversetzte Fernsehen genutzte "Time Shift" vermutlich auf 90 Minuten zeitlich limitiert werden dürfte. "Vor allem die großen Hollywoodstudios sind mit ihren Lizenzvereinbarungen sehr restriktiv", sagt Blume.

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