United Internet Tochter nutzt Highspeed-Web der Telekom

Der Internetanbieter 1&1 rüstet auf. Künftig soll den Kunden schnelles Internet mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde angeboten werden, sagte 1&1-Chef Robert Hoffmann. Die United-Internet-Tochter nutzt dazu das VDSL-Netz der Deutschen Telekom.

München - Herkömmliche DSL-Leitungen kommen auf maximal 16 Megabit. Die tatsächliche Geschwindigkeit im neuen Netz hängt allerdings auch von den technischen Voraussetzungen ab, so dass der Kunde unter Umständen mit deutlich weniger Geschwindigkeit vorlieb nehmen muss. "Wenn ich 50 MBit kaufe, kriege ich mindestens 28 MBit", sagte Hoffmann am Montag in München. Verfügbar sein soll das Angebot ab Mitte September.

Die Flatrate für Internet und Telefon soll für rund 45 Euro monatlich zu haben sein. Das Angebot sei zunächst in 53 Städten und Teilen von rund 550 Ortsnetzen verfügbar, sagte Hoffmann. Dies entspreche etwa einem Drittel der deutschen Haushalten oder 12,8 Millionen potenziellen Kunden. 1&1, das pro DSL-Anschluss monatlich gut 25 Euro an die Deutschen Telekom bezahlt, gab allerdings kein Kundenziel preis. Zu den Kundenerwartungen machte Hoffmann keine Angaben. "Wir sehen da gutes Potenzial. Wir würden so etwas nicht machen, wenn wir nur mit ein paar tausend Kunden rechnen würden."

Außerdem will 1&1 für sein schnelles Breitbandangebot auch das Webfernsehen der Deutschen Telekom bereitstellen. "Wir verhandeln mit der Telekom über IPTV", sagte Hoffmann. "Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Jahresende Details klären können", ergänzte er. Offen blieb zunächst, ob die geplante Einspeisung des Internet-Fernsehens auch die Bundesliga-Übertragung "Liga Total" der Telekom mit umfassen wird.

Nach der Übernahme des DSL-Geschäfts von Freenet  verzeichnet 1&1 rund 3,5 Millionen Kunden und liegt damit knapp vor seinem ärgsten Konkurrenten Vodafone . Dieser kommt auf 3,15 Millionen Anschlüsse und hat bislang noch kein VDSL-Angebot vorgestellt. Auch Vodafone/Arcor mietet die Hochgeschwindigkeitsleitungen von der Deutschen Telekom. Für ihr eigenes IPTV-Angebot will die Telekom bis Jahresende eine Million Kunden gewinnen.

Um seine Verbreitung weiter voranzutreiben, will 1&1 künftig seine DSL-Pakete nicht nur über das Internet und die Filialen von Mobilcom-Debitel verkaufen, sondern hat auch die Elektronikhandelsketten Euronics und Electronic Partner für seinen Vertrieb gewonnen. Diese sollen künftig gegen Provision die DSL-Angebote von 1&1 an den Kunden bringen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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