Bertelsmann Tiefrotes Halbjahr

Der Medienkonzern Bertelsmann ist im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach einem Gewinn von 372 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum fiel von Januar bis Juni dieses Jahres ein Verlust von 333 Millionen Euro an. Konzernchef Hartmut Ostrowski reagiert darauf mit dem umfangreichsten Sparprogramm der Firmengeschichte.

Gütersloh - Der Umsatz habe sich von 7,7 Milliarden auf 7,2 Milliarden Euro reduziert, wie Bertelsmann (RTL, Gruner + Jahr) am Montag mitteilte. Verantwortlich dafür seien der Einbruch der Werbemärkte sowie die Konsumzurückhaltung gewesen, wobei vor allem in der Bundesrepublik der private Konsum die Konjunktur gestützt hatte.

Auch im Gesamtjahr könnte Bertelsmann nach Einschätzung der Unternehmensspitze rote Zahlen schreiben. "Ich halte einen Verlust nach Steuern und Zinsen für möglich", sagte Konzernchef Ostrowski. Das Anzeigengeschäft etwa gestalte sich weiter schwierig. Eine genaue Prognose sei jedoch nicht machbar.

Bertelsmann trifft wie andere Medienunternehmen die weltweite Wirtschaftskrise empfindlich. In vielen Ländern halten sich die Verbraucher mit Einkäufen zurück. Auch bei den Unternehmen wird das Geld knapper, weshalb sie ihre Werbebudgets kappen. Bertelsmann erlöst jedoch ein Drittel seiner Umsätze mit Reklame.

Das eingeleitete Sparprogramm entfalte allerdings bereits seine Wirkung, hieß es weiter. "Die Maßnahmenpakete werden allein in diesem Jahr Einsparungen von mehr als 900 Millionen Euro bringen", sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski. manager magazin hatte vorab über das umfangreiche Sparprogramm berichtet.

Das bereits laufende Sparprogramm kostet auch Stellen: Schon zum Halbjahr arbeiteten 3700 weniger Mitarbeiter bei Bertelsmann als Ende 2008. Vorgaben für einen Arbeitsplatzabbau gebe es aber nicht, erläuterte ein Sprecher.

Finanzvorstand Thomas Rabe erklärte, dass Bertelsmann trotz der konjunkturellen Schwächephase finanziell auf sicherem Boden stehe. "Wir verfügen über eine gute Liquiditätsausstattung und angemessene freie Kreditlinien", sagte Rabe.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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