Medienkrise Bertelsmann will eine Milliarde Euro sparen

Der Medienkonzern Bertelsmann will ein umfassendes Sparprogramm in Angriff nehmen. Bis Ende des Jahres sollen die Kosten nach einem Bericht um annähernd eine Milliarde Euro sinken. Der Beitrag der einzelnen Geschäftssparten steht demnach ebenfalls fest.

Gütersloh - Ein Bertelsmann-Sprecher wollte am Samstag keine Stellungnahme zu den Sparplänen abgeben, von denen das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtete. Der Konzern legt am Montag seine Halbjahresergebnisse vor. Das manager magazin hatte im Juni von den umfangreichen Sparmaßnahmen berichtet.

Laut dem Magazin wird die Servicetochter Arvato mit ihren rund 60.000 Mitarbeitern dem Vernehmen nach etwa 250 Millionen Euro schultern und mehr als andere Bertelsmann-Sparten auch beim Personal kürzen müssen. Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, der auch am SPIEGEL mit 25,5 Prozent beteiligt ist, soll nach Angaben des Magazins bis Ende des Jahres etwa 200 Millionen Euro einsparen, im Buchclub-Geschäft sänken die Kosten um 50 Millionen Euro.

Gut 200 Millionen Euro der Gesamtsumme gehen nach Einschätzung des Magazins auf den Stellenabbau in allen Konzernsparten zurück. Der weit größere Teil werde durch andere Maßnahmen erzielt: So werde bei der TV-Tochter RTL Group im Programm gestrichen, der Buchriese Random House wolle bei seinen Autorenvorschüssen kürzertreten.

Zur Jahresmitte habe die Zahl der Bertelsmann-Mitarbeiter dem Vernehmen nach bereits um über 3500 unter dem Vorjahr gelegen. Bertelsmann muss laut dem Bericht im kommenden Jahr Anleihen im Wert von über 800 Millionen Euro zurückzahlen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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