Monatsmagazin Branchenprimus meldet Insolvenz an

Die Wirtschaftskrise erwischt das auflagenstärkste Monatsmagazin der Welt. Der Verlag Reader's Digest hat Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Der Verlag ächzt seit dem Verkauf an den Finanzinvestor Ripplewood unter einer schweren Schuldenlast. Die deutsche Tochtergesellschaft ist von der Insolvenz nicht betroffen.

New York - Der international tätige Verlag wolle aus der Insolvenz als finanziell stärkere Organisation hervorgehen und wieder wachsen, erklärte Unternehmenschefin Mary Berner in Pleasantville im US-Staat New York. Von der Insolvenz sei ausschließlich das US-Geschäft betroffen.

Reader's Digest kämpft seit dem Verkauf an ein Konsortium um den Finanzinvestor Ripplewood im Jahr 2007 mit einer schweren Schuldenlast. Durch die Planinsolvenz, der nach Unternehmensangaben 80 Prozent der wesentlichen Gläubiger zugestimmt haben, will der Verlag seine Schulden von 2,2 Milliarden Dollar auf 550 Millionen Dollar senken.

Die Gläubiger sollen im Gegenzug die Kontrolle über den Verlag erhalten. Durch den Tausch von Schulden in Firmenanteile werden die Geldgeber faktisch zum neuen Eigentümer des Verlags.

Reader's Digest gibt neben dem gleichnamigen Magazin noch 94 weitere Zeitschriftentitel sowie Bücher, Musik und Videos heraus. Die US-Auflage des Flagschiffes ist allerdings von mehr als 17 Millionen in den 70er Jahren auf etwa 8 Millionen Exemplare im vergangenen Jahr gesunken.

Die Tochtergesellschaft für Deutschland, die Schweiz und Österreich betonte, dass man das stabile und hochprofitable Geschäft erfolgreich weiterführen werde. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart sei mit mehr als 200 Mitarbeitern eine der größten Töchter.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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