Mittwoch, 18. September 2019

Umsatzrückgang Werbeflaute trifft Springer

Der Medienkonzern Axel Springer leidet unter dem Einbruch der Werbemärkte. Umsatz und Gewinn sind auf Schrumpfkurs und mit einer Erholung der Gesamtlage in Springers wichtigsten Märkten rechnet der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner in diesem Jahr nicht mehr. Dennoch sind Lichtblicke auszumachen.

Berlin - Im ersten Halbjahr 2009 ging der Umsatz von Europas größtem Zeitungshaus ("Bild", "Die Welt") um 6,6 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zurück. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,1 Prozent auf 162,3 Millionen Euro, wie der Axel Springer Verlag Börsen-Chart zeigen am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Sieht kaum Erholung: Springer-Chef Döpfner
Die Werbeerlöse sanken um 13 Prozent auf 541,5 Millionen Euro. Eingegrenzt wurden die Rückgänge bei den Printmedien jedoch durch deutliche Zuwächse im Internet (plus 15,1 Prozent). Zudem profitiert der Verlag nach eigenen Angaben von der starken Stellung von "Bild", da Werbetreibende in der Wirtschaftskrise verstärkt auf reichweitenstarke Medien setzten. Auch die Vertriebserlöse blieben bei einem Rückgang von 2,9 Prozent auf 580,4 Millionen Euro vergleichsweise stabil.

Neben der allgemeinen Flaute, unter der auch Konkurrenten wie Bertelsmann und der norwegische Schibsted-Verlag leiden, machten Springer besonders die schwierigen Rahmenbedingungen in seinen osteuropäischen Märkten zu schaffen. Der Konzern hält daher an seiner verhaltenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Bei rückläufigen Umsätzen werde das Ergebnis deutlich schlechter ausfallen. "Derzeit sehen wir noch keine Anzeichen für eine Erholung in unseren wichtigsten Märkten", sagte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Bisher hat der Berliner Verlag die Krise im Gegensatz zu vielen Konkurrenten ohne große Stellenstreichungen überstanden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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