IT-Großhändler Actebis wechselt den Besitzer

Das Beteiligungsunternehmen Arques hat seine größte Tochter Actebis an den Finanzinvestor Droege Capital verkauft. Der Preis für den IT-Großhändler soll mindestens 40 Millionen Euro betragen - also deutlich weniger als die Summe, die Arques vor zwei Jahren für den IT-Händler gezahlt hatte.

Düsseldorf/Soest - Für den Vollzug der Transaktion ist grünes Licht der Wettbewerbshüter erforderlich. Der Börsengang von Actebis war für Sommer 2008 geplant, scheiterte jedoch.

Für Droege Capital sei der Kauf ein langfristiges Investment, erklärte dessen Geschäftsführer Frank Tanski in einer Mitteilung. Die Actebis-Gruppe ist nach Angaben von Droege Capital mit einem Jahresumsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro der drittgrößte Großhändler für Informations- und Telekommunikationstechnologie in Europa. An rund 70.000 Fachhändler vertreibt die Gruppe Computer, Notebooks, Drucker und Produkte der Telekommunikationstechnologie.

Arques  hatte vor zwei Jahren allein für das Mitteleuropa-Geschäft der früheren Tochter des Versandhändlers Otto 110 Millionen Euro bezahlt. Zur Gruppe gehören Actebis-Gesellschaften in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Dänemark, Norwegen und Schweden sowie der Telekommunikationsgroßhändler NT Plus in Osnabrück.

Arques kündigte unterdessen an, nach dem Verkauf von Actebis noch in diesem Jahr weitere Unternehmen abstoßen. "Es wird weitere Exits geben, mehrere Projekte werden verhandelt", sagte der neu berufene Vorstandschef Hans Gisbert Ulmke auf der Hauptversammlung am Mittwoch. Am ehesten kämen dafür der Campingversand Berger und die Ladenkette Golf House infrage.

An dem vor einem Jahr von Siemens übernommenen Telefongerätehersteller Gigaset halte Arques aber fest. "Die Restrukturierung und damit auch der Turnaround von Gigaset verlaufen nach Plan", sagte Ulmke. Gleichzeitig kündige er Zukäufe an: "Unsere Akquisitionspipeline ist vielversprechend." Insgesamt wolle er aber nicht mehr als 15 Firmen halten. Ohne Actebis sind es derzeit zwölf.

Arques ist darauf spezialisiert, sanierungsbedürftige oder bei Großkonzernen nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Firmen günstig zu kaufen, flottzumachen und dann wieder auszusteigen. Allerdings sei Arques in den vergangenen Jahren teilweise von diesem Kurs abgewichen und habe wie bei Actebis zu viel bezahlt, räumte der erst seit einem halben Jahr bei der Starnberger Firma arbeitende Ulmke ein.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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