SAP Weniger Umsatz, mehr Gewinn

Der Softwarekonzern SAP hat sein Konzernergebnis im zweiten Quartal trotz sinkender Umsätze gesteigert. Nach einem Einbruch bei den Softwareerlösen im zweiten Quartal senkt das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Walldorf - Wie das in Walldorf ansässige Dax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte, fiel der Umsatz im Zeitraum April bis Ende Juni auf Jahressicht um 10 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich im selben Zeitraum dagegen um 4 Prozent auf 423 Millionen Euro. Die Aktie von SAP  zog im frühen Handel um 0,6 Prozent an.

Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent auf 647 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 560 Millionen Euro gerechnet.

Das Unternehmen begründete die Ergebnisentwicklung mit einem "strikten" Kostenmanagement. Gleichzeitig senkte SAP aber seine Einschätzung für die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse und rechnet hier für 2009 nun mit einem Rückgang zwischen 4 Prozent und 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Softwarekonzern hat seit dem Kollaps von Lehman Brothers im September 2008 mit dem gedrosselten Investitionswillen von Unternehmen zu kämpfen und umfangreiche Sparmaßnahmen eingeleitet, inklusive des Abbaus von rund 3000 Stellen im laufenden Jahr.

SAP legt bei seinem Ausblick Non-GAAP-Zahlen zugrunde. Diese beinhalten auch bestimmte Umsätze der zugekauften Gesellschaft Business Objects, die SAP nach US-GAAP nicht in voller Höhe ausweisen darf. Daneben sind sie bereinigt um Wechselkurseinflüsse und akquisitionsbedingte Aufwendungen.

SAP hatte angekündigt, bis Ende des Jahres 3000 seiner 51.500 Arbeitsplätze abzubauen. Das sollte 200 bis 300 Millionen Euro kosten. Nun zeichne sich ab, dass die Kosten bei 200 Millionen lägen. Für einen Abbau von 2800 Stellen im ersten Halbjahr hat SAP erst 165 Millionen Euro ausgegeben.

Die Analysten der DZ Bank erwarten von den Zahlen positive Impulse für die SAP-Aktie. Die Anhebung der Renditeerwartungen könne das Papier nach oben ziehen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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