Quartalsgewinn Ericsson stemmt sich gegen die Krise

Der Telekomausrüster Ericsson trotzt dem weltweiten Abschwung. Die Schweden haben mit ihrem Quartalsgewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie brach dennoch ein: Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg verschreckte die Börsianer mit einem vorsichtigen Ausblick.

Stockholm - Wie Ericsson  am Freitag mitteilte, belief sich der operative Gewinn im zweiten Quartal auf umgerechnet 649 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, die mit einem Gewinn von 565 Millionen Euro gerechnet hatten.

Im Vorjahr verdiente Ericsson 442 Millionen Euro. Vom Gewinn ausgenommen seien Kosten für die Umstrukturierung sowie Verluste aus Gemeinschaftsunternehmen, teilte der Konzern mit.

Der Umsatz belief sich auf 4,9 Milliarden Euro nach 4,6 Milliarden Euro im Vorjahr, die Markterwartung betrug 4,98 Milliarden Euro. Bereinigt nach vergleichbaren Bereichen und Wechselkursschwankungen sei der Umsatz aber um 3 Prozent zurückgegangen.

Ericsson wurde bisher weitgehend von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise verschont. Vor allem ein robuster Umsatz in China und gute Geschäfte im Servicebereich schirmten den Ausrüster von den Folgen der Flaute ab. Auch der Anteil im schrumpfenden Markt für Mobilfunkzubehör konnte gesteigert werden.

Viele Analysten rechnen indes damit, dass die Krise auch bei Ericsson und dem Konkurrenten Nokia Siemens Networks (NSN) ankommen wird, da Mobilfunknetzbetreiber derzeit ihre Ausgaben zusammenstreichen. So erklärte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg, die Effekte des Konjunkturklimas seien in der Branche stärker spürbar, vor allem in Ländern, in denen die Landeswährung und der Kreditmarkt unter Druck stünden.

Die Ericsson-Aktien  brachen bis zum Mittag um knapp 8 Prozent ein. Die vorsichtigere Einschätzung verschreckte die Börsianer und tröstete nicht über höhere Umsätze und gestiegene Margen hinweg.

manager-magazin.de mit Material von reuters