Vodafone Afrika und Indien sorgen für Absatz

Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat bei seinen Umsatzzahlen im ersten Quartal die Markterwartungen erreicht. Wachstumsraten in Afrika und Indien haben dabei die Absatzschwäche auf dem europäischen Markt ausgeglichen. In Deutschland machen dem Konzern Gebührensenkungen zu schaffen.

London - Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone Group  hält nach einem Umsatzanstieg an seiner Prognose fest. Der Umsatz stieg in dem Ende Juni ausgelaufenen Quartal vor allem dank positiver Währungseffekte und zusätzlicher Anteile an der südafrikanischen Vodacom um 9,3 Prozent auf 10,74 Milliarden britische Pfund (12,5 Milliarden Euro), wie Vodafone am Freitag mitteilte.

Analysten hatten in etwa mit diesem Anstieg gerechnet. An der Börse starteten die Aktien einem Plus von rund 2 Prozent auf 119,20 britische Pence in den Handel.

Der Trend bei den Serviceumsätzen habe angehalten, sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao. "Wir sehen nach wie vor gutes Wachstum in Indien und Südafrika." In Europa leidet Vodafone unterdessen weiterhin unter dem harten Wettbewerb. Dort stiegen die Umsätze zwar dank des starken Euro gegenüber dem Pfund. Auf organischer Basis fielen die Serviceumsätze aber schwächer aus - denn die Briten leiden wie ihre Wettbewerber unter dem harten Preiskampf im Mobilfunk.

Außerdem spüren die Mobilfunker die Wirtschaftskrise, da sowohl von Privatleuten als auch von Unternehmen Reisen abgesagt und so weniger Roaming-Gebühren eingenommen werden. Vor allem in Großbritannien und Spanien litten die Umsätze. Nur in Italien und den Niederlanden konnte Vodafone wachsen.

Geringere Gebühren drücken Umsätze

In Deutschland drückten außerdem Kürzungen für die Gebühren aus fremden Netzen auf die Umsätze. Zudem ging der durchschnittliche Umsatz je Kunde bei den Prepaid-Kunden zurück, was nur teilweise durch ein starkes Wachstum bei mobilen Datendiensten ausgeglichen werden konnte. Außerdem gewann Vodafone mit seiner Festnetztochter Arcor 81.000 neue DSL-Kunden. Der Gesamtumsatz von Vodafone und seiner Festnetztochter Arcor ging von April bis Juni um 5,6 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro zurück.

Außerhalb von Europa profitierte Vodafone von seiner breiten regionalen Aufstellung. In Südafrika legten die Serviceumsätze um 5,2 Prozent zu. In Indien wuchsen sie bei konstanten Währungen um 23 Prozent.

Das US-Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless gewann 1,1 Millionen neue Kunden. Verizon  Communications, der zweite Teilhaber in dem Joint Venture, legt die ausführlichen Zahlen kommende Woche vor. Insgesamt gewann Vodafone in seinem ersten Geschäftsquartal acht Millionen Kunden und kam so weltweit auf 315,3 Millionen.

Der Mobilfunkkonzern hielt an seiner bisherigen Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Der operative Gewinn soll weiter bei 11 bis 11,8 Milliarden Pfund liegen. Auch das Ziel, bis 2011 eine Milliarde Pfund Kosten zu sparen, verfolgt Vodafone weiter. Mehr als 65 Prozent der Kostenersparnis soll bis Ende 2009 erzielt werden. Im November soll über den Fortschritt berichtet werden, dann werde auch der Ausblick an die aktuellen Währungsentwicklungen angepasst.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx