O2 Deutschland Schusters ehrgeizige Pläne

Der neue Deutschland-Chef von O2, Rene Schuster, verfolgt hehre Ziele. Unter seiner Leitung soll der viertgrößte Mobilfunkbetreiber hierzulande an die Platzhirsche Vodafone und T-Mobile aufschließen. Wie er das schaffen will, stellte er nun vor.

München - "Unser Ziel ist es, zu den Marktführern zu gehören", sagte Rene Schuster, der vor sechs Wochen bei dem Münchener Unternehmen O2 Deutschland antrat. O2 wolle mit einfachen Tarifen, mobilen Datendiensten und Handys mit Computerfunktionen (Smart Phones) bei den Kunden punkten, lauten die Pläne des Amerikaners.

Bis wann O2 zu den beiden Platzhirschen T-Mobile und Vodafone  mit 39 respektive 36 Millionen Kunden Anschluss finden will, wollte Schuster nicht festlegen. Derzeit rangiert die zum spanischen Telefonriesen Telefonica  gehörende O2 mit 14,5 Millionen Mobilfunkkunden hinter E-Plus auf dem vierten Platz.

Für Telefonica-Europachef Matthew Key steht der Ausbau des hiesigen Geschäfts an erster Stelle. "In Deutschland haben wir noch erhebliches Steigerungspotenzial", sagte er. Nachdem O2 in den vergangenen Jahren zwei Milliarden Euro in das Handynetz investiert habe, sei es nun Zeit, die teure Infrastruktur auszulasten. Mit dem Ausbau habe die Firma auch die letzten Funklöcher in Deutschland gestopft und müsse seine Kunden ab Jahresende bei schlechtem Empfang nicht mehr auf das Netz des Konkurrenten T-Mobile überstellen.

Zu den Übernahmeplänen des Konzerns wollten die beiden Manager nichts Neues sagen. So sei O2 weiterhin am DSL-Anbieter Hansenet interessiert und führe mit dem Verkäufer Telecom Italia  Gespräche, sagte Schuster lediglich.

Beim ebenfalls zum Verkauf stehenden britischen Mobilfunkgeschäft der Deutschen Telekom  gibt O2 sich noch zurückhaltender. "Wir beobachten den gesamten Verkaufsprozess aus der Position des Marktführers", erklärte Key. Ob er mitbiete, ließ er offen. O2 hat auf der Insel einen Marktanteil von 27 Prozent. Telefonica ist mit der Marke O2 auch in Irland, der Tschechischen Republik sowie der Slowakei vertreten.

Der neue O2-Deutschland-Chef Schuster war von 2004 bis 2006 bei Vodafone für das Geschäft mit globalen Unternehmenskunden zuständig und arbeitete zuvor bei den Computerfirmen Hewlett-Packard  und Compaq sowie bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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