DuMont Schauberg Verlag schraubt an den Kosten

Das Kölner Verlagshaus DuMont Schauberg plant einen strukturellen Umbau bei seinen Zeitungstiteln. Die Blätter sollen enger verzahnt werden, eine gemeinsame Mantelredaktion soll es aber nicht geben.

Hamburg - "Es kommt alles auf den Prüfstand", sagte Konstantin Neven DuMont, Verleger des Verlagshaus M. DuMont Schauberg (MDS). Ziel ist es, die Zeitungen des Unternehmens enger zu verknüpfen. Dabei sei auch ein Stellenabbau nicht ausgeschlossen: "Wir gehen schon davon aus, dass da Anpassungen kommen werden", sagte Neven DuMont der "Financial Times Deutschland".

Das Verlagshaus plane, einen Reporterpool einzurichten, über den die verschiedenen Titel verfügen und Texte austauschen können. Der Verlag erhoffe sich davon, künftig mehr exklusive Geschichten recherchieren zu können, sagte Neven DuMont. Eine gemeinsame Mantelredaktion, über die seit längerem spekuliert worden war, schloss der Verleger hingegen aus: "Wir reden über Metropolenzeitungen an unterschiedlichen Standorten." Die Bedürfnisse der Leser seien zu unterschiedlich.

Grund für die Maßnahmen sind einbrechende Werbeumsätze, aber auch die Expanison der vergangenen Jahre. Eine Rückkehr zum alten Anzeigenniveau hält Neven DuMont für unwahrscheinlich. "Die Branche wird sich daran gewöhnen müssen, mit kleineren Margen zufrieden zu sein."

Im März hatte DuMont ("Kölner Stadtanzeiger", "Frankfurter Rundschau") für rund 150 Millionen Euro den Berliner Verlag mit der "Berliner Zeitung" von der britischen Mecom-Gruppe um Investor David Montgomery übernommen. 2006 kaufte Dumont die Mehrheit an der überregionalen "Frankfurter Rundschau" von der SPD-Medienholding DDVG. Innerhalb weniger Jahre wuchs so die Belegschaft auf mehr als 3500 Mitarbeiter.

manager-magazin.de mit Material von ddp