Oracle 1000 Arbeitsplätze in Gefahr

Bisher ist der US-Softwarekonzern Oracle ohne größeren Stellenabbau durch die Wirtschaftsflaute gekommen. Nun plant das Unternehmen nach Gewerkschaftsangaben den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen in Europa.

San Francisco - Der US-Softwarekonzern Oracle  plant nach Angaben der französischen Gewerkschaft CFDT die Streichung von bis zu 1000 Stellen in Europa. Eine Oracle-Sprecherin wollte sich zu den Angaben, die die Gewerkschaft auf ihrer Webseite macht, nicht äußern. Unklar ist auch, ob es anderweitig zu Stellenstreichungen im Konzern kommen könnte.

Laut CFDT geht Oracle von einem unerwartet schwachen Wachstum in Europa aus und will Stellen streichen, um seine Margen und die langfristige Strategie zu erhalten. Die CFDT habe sich Oracle gegenüber angesichts des Vorhabens "überrascht und verärgert" gezeigt. Von 17.000 Stellen in Europa will Oracle zwischen 850 und 1000 abbauen. entspreche knapp sechs Prozent der europäischen Belegschaft, berichtete die französische Zeitung "Les Echos" am Freitag. Weltweit beschäftigt Oracle gegenwärtig 86.000 Menschen.

Insgesamt dürfte Oracle mindestens 5000 der derzeit rund 86.000 Mitarbeitern kündigen, um seine Prognosen für das Jahr einzuhalten, erwarten Analysten. Der Gewinn des Unternehmens war im Ende Mai abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um rund 7 Prozent auf 1,89 Milliarden Dollar gefallen. Im laufenden Quartal werde das Wachstum "signifikant" geringer ausfallen als zuvor erwartet, begründete das Unternehmen laut Finanznachrichtenagentur Bloomberg die geplanten Einschnitte.

In den Monaten März bis Mai hatte Oracle angesichts des schwächeren Dollar-Kurses erstmals seit sieben Jahren einen Umsatzrückgang verbucht.

Dennoch hat Oracle es anders als Wettbewerber aus der IT-Branche wie Microsoft , Adobe Systems  und IBM  vermieden, in großem Umfang Stellen abzubauen. Im April kündigte Oracle gar die Übernahme von Sun Microsystems  an.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa

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