Grüne IT Nur wenige umweltfreundliche PCs

Schlechte Noten für Hightech-Hersteller wie Dell, Lenovo und Hewlett-Packard. Trotz zahlreicher Bekenntnisse, sich für die Umwelt einsetzen zu wollen, stecken in den Geräte der großen Produzenten oft giftige Stoffe. Auf Platz eins der neuen Greenpeace-Rangliste landete der Handyhersteller Nokia.

Amsterdam - Hightech-Geräte sind nach Angaben von Umweltschützern noch immer in den seltensten Fällen umweltfreundlich. Besonders die drei größten globalen Computerbauer engagierten sich nicht ausreichend für den Schutz von Umwelt und Gesundheit, kritisierte Greenpeace. Hewlett-Packard (HP) , Lenovo  und Dell  konnten ihre schon zuvor niedrigen Bewertungen in der neuen Greenpeace-Rangliste der Hightech-Hersteller nicht verbessern.

Die Umweltschützer kritisieren insbesondere, dass viele Hersteller von Computern, Handys und Spielkonsolen das giftige Plastik PVC und bromierte Flammenschutzmittel verwenden. PVC bilde das krebserregende Dioxin und stelle eine Gefahr bei Herstellung, Verwendung und Entsorgung dar, erklärte Greenpeace. Die bromierten Flammenschutzmittel wiederum könnten bei der Nutzung der Geräte in den menschlichen Körper gelangen.

HP, Lenovo und Dell erhielten von Greenpeace im aktuellen Ranking Strafpunkte, da sie den Angaben zufolge ihre Zusagen zurückgenommen haben, die kritisierten Stoffe bis Ende 2009 aus ihren Geräten zu verbannen. Sony fiel in der Bewertung deutlich zurück, da der Hersteller nach Ansicht von Greenpeace bei der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte nicht mehr Schritt hält.

Auf Platz eins der Greenpeace-Rangliste landete der Handyhersteller Nokia , gefolgt von Samsung  und SonyEricsson. Apple  liegt im hinteren Mittelfeld, erhielt von Greenpeace aber ein Lob für seine neuen Laptops, die nahezu PVC-frei und ganz ohne bromierte Flammenschutzmittel seien.

Greenpeace kritisiert seit langem auch den stetig wachsenden Müllberg aus Elektronikschrott. Selbst in Europa, wo Unternehmen etwa alte Fernseher, Handys und Computer zurücknehmen müssen, landeten Schätzungen zufolge 75 Prozent des Elektronikschrotts im Abfall. Der Schrott wird laut Greenpeace häufig in China, Indien oder Vietnam unter menschenunwürdigen Bedingungen in seine Einzelteile zerlegt.

manager-magazin.de mit Material von afp

Greenpeace-Ranking: Die Rangliste der Hightech-Konzerne

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