The Pirate Bay Piratenplattform verkauft

Kaum eine Internettauschbörse hat in den vergangenen Monaten so viel Aufmerksamkeit erfahren wie das schwedische Angebot The Pirate Bay. Nachdem die Gründer verurteilt wurden, hat jetzt ein Softwareunternehmen die Onlineplattform gekauft.

Stockholm - Die umstrittene Internettauschbörse The Pirate Bay erhält neue Besitzer und soll als legales Angebot weitermachen. Das schwedische Softwareunternehmen Global Gaming Factory (GGF) bestätigte am Dienstag die Übernahme für einen Preis von 60 Millionen Kronen (5,5 Millionen Euro).

Das populäre Web-Angebot Pirate Bay lieferte bisher eine Plattform, über die Internetnutzer Raubkopien von Musik, Filmen und Software auf anderen Computern finden und kostenlos herunterladen können. Vier der bisher verantwortlichen Schweden sind in Stockholm im April wegen Verletzung des Urheberrechtes zu je einem Jahr Haft und Schadensersatz über umgerechnet 2,7 Millionen Euro verurteilt worden. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt.

GGF-Geschäftsführer Hans Pandeya sagte der Internetausgabe der Zeitung "Svenska Dagbladet", die bisherigen Betreiber von Pirate Bay seien "reine Idealisten, die ausschließlich das Wohl der Internetnutzer beim Filesharing im Auge gehabt haben".

Das Inkrafttreten des Kaufvertrages wird neben noch offenen Finanzierungsfragen auch davon abhängig gemacht, ob die "erworbenen Aktivitäten legal und entsprechend eigener Absichten angewandt werden können". GGF will Pirate Bay so betreiben, dass "auch Entgeltzahlungen an die Lieferanten von Inhalten und Besitzer von Urheberrechten möglich sind".

Der Zugang zu Pirate Bay ist in einigen europäischen Ländern gesperrt, weil der Dienst als Verletzung von Urheberrechten eingestuft wird. Neben dem Revisionsverfahren in Schweden steht in den Niederlanden ein Gerichtsverfahren gegen drei Verantwortliche an.

Schon einmal hatte eine Filesharing-Plattform für Furore gesorgt. Napster zählte in seiner Hochzeit mehr als 40 Millionen Nutzer. Nach etlichen Gerichtsverfahren wegen Urheberrechtsverletzungen wurde jedoch der Dienst eingestellt, die Domain und Markenrechte aber verkauft. Erst später öffnete unter dem gleichen Namen ein legales Internetangebot.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Fotostrecke: Die Datenpiraten von Pirate Bay vor Gericht

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