Ausland Wie die Handy-Rechnung niedrig bleibt

Am 1. Juli sinken erneut die Preise für das Telefonieren mit dem Handy in anderen EU-Ländern. Auch SMS werden dann deutlich billiger. Trotz der mittlerweile vergleichweise günstigen Tarife sollten Verbraucher aber einiges beachten, um nach dem Urlaub nicht eine horrende Rechnung vorzufinden.

Kann ich im Ausland einfach mit meinem Handy telefonieren?

Die meisten Handys sind von Anfang an für Roaming, also das Telefonieren in ausländischen Mobilfunknetzen, freigeschaltet. Einige Anbieter verlangen aber eine ausdrückliche Aktivierung - die kostet zwar meist nichts, kann aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Gerade bei exotischeren Reisezielen ist eine Nachfrage angebracht.

Wie viel kostet das Telefonieren im Ausland?

Nach der neuen EU-Verordnung dürfen abgehende Gespräche innerhalb der EU ab 1. Juli für Besitzer deutscher Handys maximal 51 Cent kosten, ankommende Gespräche nicht mehr als 22,6 Cent. In Ländern außerhalb der EU - und damit zum Beispiel auch in der Schweiz, in Kroatien und der Türkei - gelten je nach Land und Netz oft sehr unterschiedliche Tarife, die jeweils beim Anbieter zu erfragen sind.

Lohnt sich ein spezieller Auslandstarif meines Mobilfunkers?

Besonders für Vertragskunden bieten viele Mobilfunkgesellschaften besondere Auslandstarife an. Diese bieten häufig günstigere Minutenpreise, es kommen meist aber Verbindungsgebühren pro Gespräch hinzu. Damit lohnen sie sich erst bei längeren Gesprächen. Besonders interessant können die Optionstarife aber bei Aufenthalten außerhalb der EU sein, wo die Minutenpreise sonst häufig hoch sind.

Kann ich im Ausland mit dem Handy auch ins Internet gehen?

Wer im Urlaub schnell seine E-Mails, Fußballergebnisse oder das Wetter im Internet checken möchte, kann dies auch mit seinem Handy tun. Das kann aber teuer werden. Die EU hat für das Datenroaming nur die Großhandelspreise festgelegt - also die Gebühren der Netzbetreiber untereinander. Dadurch dürften zwar auch die Endpreise sinken, wirklich günstig wird es dadurch aber nicht. Günstigere Datentarife der Anbieter müssen außerdem oft zugebucht werden - und können dann auch andere Preise fürs Telefonieren mit sich ziehen.

Was muss ich bei SMS und MMS beachten?

Die Preise für Kurznachrichten innerhalb der EU sinken nun deutlich, mit maximal 13 Cent sind die SMS damit teils billiger als in Deutschland. Der SMS-Empfang ist kostenlos. Teuer werden können MMS - mit denen sich etwa Urlaubsfotos per Handy verschicken lassen. Die Preise sind hierfür teilweise sehr unübersichtlich - abhängig von der Größe der MMS, dem Land und Netz fallen oft unterschiedliche Kosten an. Auch der MMS-Empfang im Ausland ist teils kostenpflichtig.

Wie kann ich noch Geld sparen?

Im Ausland kann die Mailbox zu einer wahren Kostenfalle werden - daher besser vor dem Abflug ausschalten! Eine Alternative ist die vollständige Umleitung aller Anrufe auf die Mailbox - dann ist der Kunde nur noch per SMS zu erreichen oder kann selber anrufen. Wer lange Zeit in einem Land verbringt, sollte sich unter Umständen dort eine Prepaidkarte zulegen, also eine Karte, bei der für die Gespräche im Voraus gezahlt wird. Empfehlenswert ist es, diese in einem Laden zu kaufen, der mehrere Mobilfunkanbieter vertritt - um nicht ausgerechnet an den teuersten Tarif zu geraten.

Was muss ich in Notfällen beachten?

Ab Mittwoch (1. Juli) sind Notrufe von Mobiltelefonen in Deutschland nur noch mit einer aktivierten Mobilfunkkarte (SIM-Karte) möglich. Bisher war die Notrufnummer 112 auch ohne SIM-Karte von jedem Handy erreichbar. Künftig soll die betriebsbereite Mobilfunkkarte eine eindeutige Identifikation des Karteninhabers ermöglichen, um zukünftig Missbräuche besser verfolgen zu können.

Die Notruf-Leitstellen litten in der Vergangenheit immer stärker unter dem Missbrauch und waren daher für tatsächliche Notrufe schlechter erreichbar. Die Notrufnummer 112 kann in ganz Europa kostenlos von Fest- und Mobiltelefonen angerufen werden. Die einheitliche Notrufnummer hatte der Europäische Rat 1991 beschlossen, sie ist mittlerweile in allen Mitgliedsstaaten der EU umgesetzt. Sie verbindet den Anrufer mit der nächstgelegenen Leitstelle von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr.

manager-magazin.de mit Material von afp und ddp