Softwarelizenzen Google drängt ins Firmengeschäft

Neue Konkurrenz für Microsoft und SAP: Google will sein Geschäft mit Softwarelizenzen deutlich ausbauen. Der Unternehmenszweig soll zu einer Kernsparte der Gesellschaft werden - und entsprechend groß sind die Pläne des Internetkonzerns. Google will unter anderem die E-Mail mit eigener Technik ablösen.

Düsseldorf - Der Internetkonzern Google  erhöht den Druck auf Anbieter von Software für Firmen. In den kommenden fünf Jahren werde die Lizenzierung von Softwarepaketen für Unternehmen eine der wichtigsten Einnahmequellen Googles, sagte Google-Chefökonom Hal Varian dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) am Rande einer Veranstaltung der American Academy. "Ich denke, wir werden Geld mit Anwendungen machen, mit Lizenzen für Gmail oder unserem Kalender für Unternehmen und Institutionen."

Dabei zielen die Google-Strategen auch auf Wave, eine jüngst vorgestellte Kommunikationstechnologie. Sie hat nach Ansicht von Experten das Potenzial, die E-Mail abzulösen, schreibt die Zeitung. "Wave wird wohl ein Teil des Anwendungspakets, das wir anbieten werden. Es wäre natürlich, es dort zu platzieren", sagte Varian.

Die Ankündigung von Google zeigt, wie sehr der Markt für Firmensoftware im Umbruch ist, berichtet das Blatt. Statt wie bislang Software über CD zu vertreiben und auf Rechnern vor Ort bei den Kunden zu installieren, wird diese immer stärker über das Internet genutzt. Damit drängen völlig neue Anbieter in dieses Geschäft.

Zwar geht es bei Google dem Bericht zufolge zunächst noch um Standardanwendungen wie Mail oder Texterfassung. Hier tritt das Unternehmen vor allem in Wettbewerb zu Platzhirsch Microsoft . Doch auch bei Programmen zur Steuerung von Unternehmen, wie sie etwa SAP  anbietet, findet eine wachsende Verschiebung in Richtung Online statt. Hier zählt unter anderem der Kundenmanagementsoftware-Spezialist Salesforce zu den Treibern.

Bei Google machen Softwarelizenzen aktuell nur einen kleinen Teil der Umsätze aus. Das Unternehmen nahm im vergangenen Jahr 667 Millionen Dollar aus Lizenzen ein. Das sind gerade einmal 3 Prozent des Gesamtumsatzes von 21,8 Milliarden Dollar. Allerdings war die Steigerung gewaltig. Ein Jahr zuvor hatte der Umsatz mit Lizenzen noch bei 181 Millionen Dollar gelegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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