Prognose Höhenflug beim Handyabsatz

Pfeifen im Walde oder Grund zur Freude? Laut einer Prognose des Branchenverbands Bitkom soll die derzeitige Baisse bei den Handyverkäufen nur von kurzer Dauer sein. Obwohl bereits 90 Prozent der deutschen Haushalte über Mobilfunk verfügen, werde die Zahl der Anschlüsse kräftig zulegen.

Berlin - Der Handy-Absatz in Deutschland wird sich nach Prognosen des Branchenverbands Bitkom rasch wieder erholen. Nach einem Plus von 4,4 Prozent im Jahr 2008 würden die Verkaufszahlen 2009 voraussichtlich um 5,2 Prozent auf 26,3 Millionen Stück sinken, im kommenden Jahr aber wieder um 2,3 Prozent auf 26,9 Millionen Geräte zulegen, teilte der Bitkom auf Basis aktueller Daten des Marktforschungsinstituts Eito am Montag mit.

"Der Handy-Markt befindet sich im Umbruch. Der Trend geht immer stärker zu Multimedia-Geräten, die häufig über den Bildschirm gesteuert werden", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. So werde das Marktsegment der sogenannten Smartphones auch in diesem Jahr kräftig wachsen.

Trotz der bereits hohen Verbreitung von Handys wird die Zahl der Mobilfunkanschlüsse weiter zulegen. Der Bitkom erwartet im Jahr 2009 einen Anstieg von 5 Prozent auf rund 113 Millionen Anschlüsse. Fast 90 Prozent aller Haushalte in Deutschland verfügen heute über ein Handy.

Im Vergleich der großen EU-Länder entwickelt sich der deutsche Handy-Markt relativ gut. In Großbritannien, dem größten Markt für Mobiltelefone Europas, gehen die Absatzzahlen nach Eito-Angaben im laufenden Jahr um 8 Prozent auf 30,7 Millionen Stück zurück. Im Jahr 2010 rechnen die Marktforscher wieder mit einem Anstieg um 2,9 Prozent auf 31,6 Millionen Stück.

In Italien beträgt das Minus in diesem Jahr voraussichtlich 7,2 Prozent auf 19,6 Millionen Stück und in Frankreich minus 4,9 Prozent auf 23,1 Millionen. In der EU werden im laufenden Jahr 5,3 Prozent weniger Handys verkauft und ein Absatzvolumen von 174 Millionen Stück erreicht. Auch hier rechnet das Eito im Jahr 2010 wieder mit einem moderaten Wachstum.

manager-magazin.de mit Material von dpa