Ministerentscheidung Zoll soll Glühbirnen abfangen
Berlin - Der Zoll soll in Deutschland nach einem Verkaufsverbot für Glühbirnen die Einfuhr herkömmlicher Lampen verhindern. Gestoppt werden soll vor allem der Versand durch außerhalb der Europäischen Union ansässige Onlineshops, wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums der "Wirtschaftswoche" sagte. Bund und Länder wollen ihr Vorgehen demnach am Montag beraten.
Abgefangene Glühbirnen sollen laut "Wirtschaftswoche" entweder vernichtet oder an ausländische Interessenten versteigert werden. Verbraucher, die diese Lampen im Ausland bestellen, haben nach Angaben des IT-Rechtsexperten Daniel Pauly nichts zu befürchten: Strafbar sei das Bestellen außerhalb der Europäischen Union nicht, sie müssten daher nur mit dem Verlust ihres Geldes rechnen, sagte er dem Magazin.
Die Europäische Union hatte im März entschieden kürzlich Regeln für die Energieeffizienz von Lampen festgelegt. Diese Vorgaben bedeuten, dass ab 1. September zuerst die 100-Watt-Birnen aus den Läden verschwinden müssen. Anschließend sollen auch schwächere Glühbirnen vom Markt genommen und durch umweltfreundlichere Produkte ersetzt werden.
Gut vier Milliarden herkömmliche Birnen sollen nach dem formellem Beschluss der Europäischen Kommission im März dieses Jahres verschwinden: Bis 2012 schrittweise aus dem Handel, danach mangels Nachschub aus sämtlichen Wohnungen und Büros in den 27 Staaten der Europäischen Union. In einem ersten Schritt sollen ab dem 1. September 2009 zunächst 100-Watt-Birnen sowie alle matten Glühlampen aus den Geschäften verschwinden, ein Jahr später alle Glühbirnen mit einer Leistung zwischen 75 und 100 Watt.
Am 1. September 2011 sind dann Birnen mit einer Leistung von mindestens 60 Watt an der Reihe, bis es dann ein weiteres Jahr später in der Europäischen Union gar keine herkömmlichen Glühbirnen mehr zu kaufen geben soll. Damit hätte die Europäische Union den altbekannten Glühbirnen endgültig den Saft abgedreht. Und vielen Lampen dazu.