Umbenennung Premiere wird Sky Deutschland

Rupert Murdoch drückt Premiere einmal mehr seinen Stempel auf: Der Bezahlsender wird in Sky Deutschland umbenannt. Damit geht eine millionenschwere Abschreibung einher. Ein ungünstiger Zeitpunkt: Gerade gaben die Münchener bekannt, dass sie ihren Verlust im abgelaufenen Quartal nahezu verdreifachten.

München - Der neue Name Sky Deutschland solle im Juli eingeführt werden und den alten Namen ablösen, berichtete Premiere  am Donnerstag. Deshalb müsse der Wert der Marke Premiere im 2. Quartal vollständig abgeschrieben werden. Dadurch vermindere sich das Nettoergebnis im 2. Quartal um 256,1 Millionen Euro.

Die Umbenennung setze allerdings die Zustimmung der Hauptversammlung voraus. Unter dem neuen Namen erhofft sich der Sender auch neue Abonnenten, nachdem er den Rückgang im ersten Quartal nicht stoppen konnte. Ende März zählte der Pay-TV-Sender knapp 2,4 Millionen Kunden, das waren 28.000 weniger als zum Jahresende 2008.

Der Fehlbetrag des Senders lag nach Premiere-Angaben vom Donnerstag im ersten Quartal bei 80 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: Verlust 28 Millionen Euro). Der Umsatz blieb mit 232,7 (231) Millionen Euro weitestgehend stabil.

Für 2009 rechnet Premiere  weiterhin mit einem erheblichen operativen Verlust (Ebitda). Schwarze Zahlen werden erst für 2011 angepeilt. Von Reuters befragte Analysten hatten bei 230 Millionen Euro Umsatz mit 66 Millionen Euro Verlust und 2,402 Millionen Kunden gerechnet.

Premiere sind über eine Kapitalerhöhung vor Kurzem dringend benötigte 450 Millionen Euro an frischen Mitteln zugeflossen. Medienunternehmer Rupert Murdoch hält über seinen Konzern News Corp. 30 Prozent an dem Münchener Sender. Der streitbare Medienmogul nutzt den Sky-Namen für seine Bezahlsender BSkyB in Großbritannien und Sky Italia in Italien. Der Premiere-Chef Mark Williams, dem Murdoch zu dem Amt verholfen hatte, war zuvor Chef von Sky Italia.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters