SAP Softwareverkäufe brechen weg

Der Softwarehersteller SAP hat im Auftaktquartal ein Drittel weniger Softwarelizenzen verkauft als vor Jahresfrist, Gewinn und Umsatz brachen ein. Dennoch bekräftigen die Walldorfer ihre Jahresprognose.

Walldorf - Die weltweite Konjunkturkrise hat bei Europas größtem Softwarekonzern SAP  im ersten Quartal stärker auf Umsatz und Gewinn gedrückt als erwartet. Zudem schlugen Kosten für den angekündigten Stellenabbau in Höhe von 160 Millionen Euro zu Buche, wie das im Dax  notierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte von 359 auf 332 Millionen Euro. Unterm Strich sank der Gewinn von 242 auf 204 Millionen Euro. In den ersten drei Monten des Jahres bekam das Neulizenz-Geschäft angesichts sehr enger IT-Budgets auf Kundenseite einen deutlichen Dämpfer.

Der Umsatz schrumpfte insgesamt von 2,460 auf 2,397 Milliarden Euro, verglichen mit der Analystenprognose von 2,540 Milliarden Euro. Beim wichtigen Indikator für die Geschäftsentwicklung, dem Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen, verbesserte sich SAP dank der Übernahme von Business Objects von 1,736 auf 1,741 Milliarden Euro (Prognose: 1,880). Am Aktienmarkt wurden die Zahlen enttäuscht aufgenommen. Das SAP-Papier  verlor am Morgen knapp 2,9 Prozent auf 29,59 Euro. Zur Eröffnung war die Aktie auf ein Tief bei 28,80 Euro ans Dax-Ende gefallen.

Für das Gesamtjahr enthält sich SAP auch weiterhin eines Umsatzausblicks. Dennoch bekräftigte das Unternehmen die Jahresprognose einer Ebit-Marge vor Sonderposten zwischen 24,5 bis 25,5 Prozent. Das schließt Kosten zwischen 200 und 300 Millionen Euro für den Stellenabbau ein, welche die Marge um zwei bis drei Prozent drücken. 2008 hatte SAP noch eine Marge von 28,4 Prozent.

"Nach wie vor sind die Softwareerlöse schwer zu prognostizieren. Wir werden in diesem schwierigen Umfeld unser Hauptaugenmerk auch weiterhin auf die Sicherung der Marge richten", sagte Vorstandschef Léo Apotheker. Im ersten Quartal sank sie um 0,7 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. "Unsere seit Oktober bis in das erste Quartal 2009 hinein umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen zeigen nachhaltige Ergebnisse, und wir sind sehr zufrieden mit unserer operativen Marge."

Zudem erteilte Apotheker Gerüchten über eine nahende Übernahme durch den Computerkonzern IBM  eine Absage. Gespräche mit IBM wollte Apotheker nicht dementieren. Er sagte aber, "unsere Kunden bevorzugen, dass wir eigenständig bleiben. Und das ist auch unsere Absicht". Nach dem Schulterschluss von Erzrivale Oracle  mit dem Server- und Softwarehersteller Sun Microsystems  waren Gerüchte aufgekocht, IBM könnte sich SAP unter den Nagel reißen, um angesichts der aggressiven Zukaufstrategie Oracles nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Der im Januar angekündigte Abbau von 3000 Arbeitsplätzen ist der erste Dämpfer einer langen Wachstumsgeschichte von SAP. Bis Jahresende soll die Belegschaft auf 48.500 schrumpfen. In diesem Jahr kostet das zwischen 200 und 300 Millionen Euro. Mit dem Stellenabbau und dem Verbot zahlreicher Ausgaben will SAP aber ab 2010 jährlich 300 bis 350 Millionen Euro einsparen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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