Samstag, 18. Januar 2020

Weiße Ware Ifa wird noch häuslicher

Viereinhalb Monate vor der Eröffnung herrscht bei den Veranstaltern der Internationalen Funkausstellung in Berlin gute Stimmung: Die Ifa ist nahezu ausgebucht. Und bereits jetzt ist klar: In diesem Jahr wird noch mehr weiße Ware zu sehen sein.

Valletta - Die Internationale Funkausstellung (Ifa) vom 4. bis 9. September ist nach Veranstalterangaben fast ausgebucht. Die Hersteller von elektronischen Hausgeräten, die erstmals im vergangenen Jahr auf der Ifa zu sehen waren, zeigen stärkere Präsenz als 2008. Sowohl im klassischen Segment der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik als auch bei der weißen Ware stehen technische Innovationen und Energieeffizienz im Vordergrund.

Auch 2009 mit von der Partie: Rote Miss Ifa präsentiert weiße Ware
Die Ifa sei derzeit zu 99 Prozent ausgebucht, was fast dem Buchungsstand vor einem Jahr entspreche, sagte Ifa-Direktor Jens Heithecker am Samstag in Valletta auf Malta. Dabei hat sich der Anteil der Fläche, die Hersteller von Elektrohausgeräten mieten, nach Worten von Werner Scholz, Mitglied im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), um fast ein Drittel erhöht.

Die im Vergleich zur Ifa 2008 zusätzlich angemietete Fläche der Branche entspreche eineinhalb Messehallen, die vorwiegend von Produzenten kleiner Elektrohausgeräte wie Toaster, Föne und der unvermindert stark nachgefragten Kaffeeautomaten genutzt würden.

Auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm gibt es 26 Hallen. Insgesamt 160.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche können nach Worten von Messe-Berlin-Sprecher Michael Hofer vermietet werden. Durch den gewachsenen Anteil der weißen Ware auf der Ifa 2009 reduziere sich nicht die Fläche, die von Unternehmen der Unterhaltungselektronik gemietet werde. Im Gegenteil, diese würden teilweise größere Stände errichten als zuvor.

Einen Schwerpunkt der Messe bildet wie in den vergangenen Jahren die Weiterentwicklung in der TV-Technik. Den Trend bestimmten "Energieeffizienz, noch bessere Bildqualität vor allem im Bereich der LCD-Fernseher und immer schlankere Bauformen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Rainer Hecker. So sei beispielsweise die LED-Hinterleuchtung von LCD-Bildschirmen, die auf der Ifa 2008 noch als Zukunftsthema vorgestellt worden war, bereits Bestandteil vieler neuer Modelle. Die einzelnen LED-Lichtzellen erzielten so wesentlich höhere Kontraste als zuvor und sparten zugleich Energie, ergänzte Hecker.

Auch die neuen Plasmabildschirme würden deutlich weniger Energie verbrauchen als die Vorgängermodelle. Die neuen Technologien ermöglichten auch die Herstellung immer flacherer Geräte. So werde die Ifa 2009 Prototypen großer TV-Bildschirme zeigen, die nur noch eine Tiefe von neun Millimetern hätten.

Bei Haushaltsgeräten stehen vor allem Energieeffizienz und Ressourcenschonung im Vordergrund. In den europäischen Haushalten seien noch 180 Millionen alte Hausgeräte in Gebrauch, die mehr als zehn Jahre alt seien, sagte Scholz. Dadurch würden laut einer Studie des ZVEI in Europa jährlich 44 Terawattstunden elektrische Energie durch die Nutzung ineffizienter, alter Geräte unnötig verbraucht. Eine neuwertige Kühl- und Gefrierkombination würde 65 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein 15 Jahre altes Gerät, betonte Scholz. "Der Verbraucher spart hier rund 70 Euro im Jahr an Stromkosten."

Michael Winckler, ddp

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung