ASML Chipausrüster macht sich Mut

Der Umsatz ist dramatisch eingebrochen, dennoch übt sich der niederländische Chipausrüster ASML in Optimismus: Die Nachfrage zieht wieder leicht an. Auch Infineon berichtet von einer leichten Erholung und setzt im kommenden Monat die Kurzarbeit im Dresdner Werk aus.

Amsterdam - Der niederländische Chipindustrieausrüster ASML  sieht nach einem weiteren dramatischen Einbruch seines Geschäfts zu Jahresbeginn erste Anzeichen für eine Entspannung der Lage. Die Nachfrage ziehe leicht an, gab Konzernchef Eric Meurice zu verstehen. Im ersten Quartal erhielt ASML Bestellungen über 207 Millionen Euro und damit doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Für das laufende zweite Quartal erwartet Meurice nun einen Umsatz zwischen 210 und 230 Millionen Euro.

Von Januar bis März waren die Erlöse auf 184 Millionen Euro eingebrochen. Drei Monate zuvor hatte ASML noch fast drei Mal soviel umgesetzt und ein Jahr zuvor fünf Mal soviel. Auch die angelaufenen Einsparungen konnten ein weiteres Abgleiten in die roten Zahlen nicht verhindern. Der Verlust weitete sich im Vergleich zum Vorquartal von 88 Millionen auf 117 Millionen Euro aus. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch 145 Millionen Euro verdient.

"Die Nachfrage nach Halbleiterausrüstungen ist wie erwartet im ersten Quartal 2009 kollabiert", sagte Meurice. Die Chipindustrie gehört zu den Branchen, die am stärksten von der Wirtschaftsflaute getroffen sind, unter anderem weil sie den schwächelnden Autoherstellern zuliefert. Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel gerade einen Umsatzeinbruch um ein Viertel vermelden müssen, sieht aber ebenfalls Anzeichen für eine Bodenbildung.

Der deutsche Chiphersteller Infineon  berichtete unterdessen, dass die Kurzarbeit in seinen Dresdner Werken für einen weiteren Monat und arbeitet ab Mai wieder mit voller Kapazität. Im Gegensatz zu anderen Standorten des Konzerns habe die Auftragslage hier angezogen, sagte der Dresdner Unternehmenssprecher Johannes Sturm den "Dresdner Neuesten Nachrichten". Infineon Dresden produziert Spezialchips für Sicherheits-, Kommunikations- und Automobilelektronik.

Ob die positive Auftragsentwicklung für die Dresdner ein erstes Zeichen für eine Erholung des Chipmarktes sei, könne jedoch überhaupt noch nicht abgeschätzt werden, sagte Sturm. Von Monat zu Monat werde neu entschieden, ob die angemeldete Kurzarbeit genutzt werde.

Infineon hatte wegen der Wirtschaftskrise zu Jahresbeginn seinen rund 1800 Mitarbeitern in Dresden seit Februar zehn bis 30 Prozent kürzere Arbeitszeiten und Löhne verordnet. Bereits im April wurde die Kurzarbeit für einen Monat ausgesetzt.

AMSL macht sich derweil Hoffnung, dass der Trend zu immer kleineren Chipstrukturen die Hersteller zwingt, in neue Anlagen zu investieren. Angesichts des Überangebots insbesondere bei Speicherchips und der Wirtschaftsflaute hatten vielen Unternehmen ihre Investitionen zwischenzeitlich heruntergefahren.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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