Gewinneinbruch Intel wagt keinen Ausblick

Der Chiphersteller Intel hat herbe Gewinneinbrüche bei Umsatz und Gewinn erlitten und scheut sich vor einer klaren Prognose. Analysten hatten jedoch mit schlimmerem gerechnet. Und auf dem kriselnden PC-Markt macht Konzernchef Paul Otellini gar eine Trendwende aus.

Santa Clara - Die Wirtschaftsflaute hat dem weltgrößten Chiphersteller Intel  auch zu Jahresbeginn das Geschäft vermiest. Trotz eines Gewinn- und Umsatzeinbruchs schnitt der US-Konzern aber nicht so schlecht ab wie von Experten befürchtet. Der Branchenprimus sieht zudem eine Trendwende in der Absatzkrise auf dem PC-Markt.

Intels Überschuss stürzte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 647 Millionen Dollar ab. Der Umsatz fiel um mehr als ein Viertel auf 7,1 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss am Sitz im kalifornischen Santa Clara mitteilte. Etwa auf dieser Höhe sollen die Erlöse laut Intels Planungen auch im laufenden Quartal liegen.

Dennoch scheute sich der US-Konzern am Dienstag nach Börsenschluss angesichts der unklaren Wirtschaftslage vor einem genauen Ausblick auf die kommenden Monate. Die Intel-Aktie sackte daraufhin nachbörslich um fünf Prozent ab.

Intel gilt als wichtiger Indikator für die Technologiebranche und wegen des wachsenden Einsatzes von Chips in fast allen Bereichen auch für die Wirtschaft insgesamt. In einer ersten nachbörslichen Reaktion kam die Intel-Aktie deutlich unter Druck. Als möglichen Grund nannten Händler die weiter belasteten Gewinnmargen des Chipbauers und den nur vagen Ausblick zum künftigen Geschäft.

Konzernchef Paul Otellini zeigte sich verhalten zuversichtlich: "Wir glauben, dass die PC-Verkäufe im ersten Quartal einen Boden gefunden haben und die Branche zu normalen Saisonverläufen zurückkehrt." Der Chip-Riese hatte wegen der Konjunkturtalfahrt bereits zum Jahresende 2008 herbe Einbrüche erlitten und massive Einsparungen gestartet. Mehrere Fabriken werden geschlossen und bis zu 6000 Jobs gestrichen.

Der Branchenverband SIA rechnete zuletzt mit mehreren schwachen Quartalen für die Chip-Hersteller. Die Branche zählt zu den mit am schlimmsten von der Flaute getroffenen Wirtschaftszweigen, weil sie etwa großer Zulieferer der schwächelnden Autoindustrie ist.

Der größte deutsche Chipkonzern Infineon  erwartet bei seinen Quartalsergebnissen einen Umsatzeinbruch und roten Zahlen. Der ewige Intel-Rivale AMD  holte in der Krise arabische Investoren an Bord und gliedert seine Werke aus. Der US-Konzern mit einem der Hauptstandorte in Dresden legt seine Ergebnisse am Dienstag nächster Woche vor.

Intel dominiert besonders den Markt für PC-Prozessoren. In vier von fünf Rechnern weltweit steckt heute ein Intel-Herz. Am gesamten Halbleiter-Markt hielt der Chipbauer 2008 laut den Branchenexperten von Gartner eine Anteil von gut 13 Prozent. Der Zweitplatzierte Samsung  aus Südkorea kam auf die Hälfte.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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