Allianz mit GE Intel geht ins Medizingeschäft

Der Chiphersteller Intel entdeckt eine neue Zielgruppe: Patienten, die ohne Arztbesuch auskommen müssen. Die Heimmedizin mit Computerhilfe gilt als Wachstumsmarkt. Gemeinsam mit General Electric will Intel dieses Feld erschließen.

New York - Der weltgrößte Chiphersteller Intel  und der US-Mischkonzern General Electric  (GE) wollen gemeinsam den Markt für Heim-Medizintechnik erschließen. Im Mittelpunkt steht zunächst die medizinische Online-Betreuung von Senioren und chronisch kranken Patienten. Spezielle Geräte sollen sowohl die Fernüberwachung des Gesundheitszustandes als auch die Selbstkontrolle ohne den Gang zum Arzt ermöglichen.

Die beiden Industrieriesen wollen in den kommenden fünf Jahren zunächst 250 Millionen Dollar in die Entwicklung der Technologien investieren, wie sie am Donnerstag in New York bekanntgaben. Neben den USA würden erste Geräte bereits in Europa eingesetzt, etwa in Großbritannien und den Niederlanden. "Chronische Krankheiten sind der größte Kostentreiber im Gesundheitsbereich", sagte GE-Chef Jeff Immelt.

Das Geschäft mit Gesundheitstechnologie gilt generell als Wachstumsfeld auch in Krisenzeiten. Der Markt für Heim-Medizintechnik werde von drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) in diesem Jahr auf geschätzte 7,7 Milliarden Dollar 2012 wachsen, sagten die Unternehmen voraus.

GE gehört als Wettbewerber etwa des deutschen Siemens-Konzerns  bereits zu den großen Anbietern von Medizintechnik. Die neue Allianz sei der erste Schritt einer langfristig angelegten Partnerschaft, sagte Intel-Chef Paul Otellini. Im ersten Schritt vermarktet GE eine von Intel entwickelte Technologie. Intel arbeitet Otellini zufolge bereits seit rund zehn Jahren an Produkten für den Gesundheitsbereich und will dort nun Fuß fassen. Der Chip-Riese sucht neue Geschäftsfelder abseits des stark schwankenden Halbleitersektors.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx