Wurm-Attacke Conficker hält sich bedeckt

Der erwartete Schaden des als gefährlich geltenden Computerwurms Conficker ist bislang ausgeblieben. Das Schadprogramm wurde zwar am 1. April aktiver, doch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor Panikmache.

New York/Bonn - Der Internetwurm Conficker ist am Mittwoch zwar aktiver geworden und hat verstärkt versucht, mit seinen Urhebern Kontakt aufzunehmen - der befürchtete Schaden ist aber bislang ausgeblieben. Weder in Europa noch in Asien seien verdächtige Aktionen registriert worden, sagte der Sprecher des Bundesamts für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Matthias Gärtner, in Bonn.

Das BSI warnte vor Panikmache wegen des angeblich geplanten Großangriffs des Wurms. "Conficker ist lästig, eine unmittelbare Schadfunktion hatte er in den letzten Monaten aber nicht", sagte Gärtner. Auch nach Angaben der Antivirenhersteller Kaspersky, Symantec  und McAfee gab es keine auffälligen Aktivitäten des Computerschädlings.

Conficker gilt als besonders spektakulär, da er sich ohne die eigentliche Schadroutine verbreitet, diese jedoch Analysen zufolge ab 1. April von weltweit bis zu 50.000 Webseiten nachladen kann. Der Wurm dringt durch eine seit Herbst bekannte Schwachstelle in Windows-Systeme ein und verbreitet sich dann durch vom Computernutzer unbemerkte Downloads im Hintergrund. Die Schwachstelle wurde von Microsoft  inzwischen im Rahmen von Updates abgedicht. Eine weitere Infektionsquelle sind Wechsellaufwerke wie zum Beispiel USB-Sticks. Um erst gar nicht in die Gefahr einer möglichen Wurmattacke zu kommen, sollten PC-Nutzer stets die aktuellen Windows-Ergänzungsprogramme herunterladen, rät Gärtner. Ebenso wichtig ist eine Firewall wie auch ein stets aktuelles Virenschutzprogramm.

Weltweit sind Schätzungen zufolge zwischen drei und zwölf Millionen Windows-Rechner mit Conficker infiziert. Nach Ansicht von Experten haben die Urheber auch gar kein Interesse daran, zum Beispiel das Internet lahmzulegen. Sie wollen das gigantische Rechnernetz wohl eher dazu benutzen, massenhaft Spam-Mails zu versenden, weitere Schadenssoftware zu verbreiten oder bestimmte Internetangebote zu blockieren, um dann Geld zu fordern.

manager-magazin.de mit Material von ap und afp