Breitband Telekom überprüft Investitionen

Die Regulierungsbehörde hat die Preise für Breitbandanschlüsse gesenkt, nun erwägt die Deutsche Telekom, ihre Investitionen zurückzufahren. Leittragende wären vor allem die Bewohner ländlicher Gebiete.

Bonn - Die Deutschen Telekom  stellt ihre Pläne für einen stärkeren Ausbau von Breitbandanschlüssen in ländlichen Gebieten auf den Prüfstand. Hintergrund ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die den Antrag der Telekom auf höhere Gebühren für die Nutzung des letzten Leitungsstücks (TAL) abgeschmettert hatte.

Die Entscheidung des Regulierers sei "für uns ein Investitionshemmnis", erklärte Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges am Donnerstag. Unternehmen, die in den kostenintensiven Aufbau auf dem Land investierten, brauchten Investitionsanreize. Auch die Wettbewerber, die sich für eine Senkung stark gemacht haben, seien jetzt gefordert. "In einem liberalisierten Markt kann die Last des Ausbaus nicht von einem Unternehmen allein getragen werden", sagte der Manager.

Die Telekom hatte nach eigenen Angaben 2008 rund 100 Millionen Euro in den Ausbau investiert und damit mehr als 400.000 Haushalte zusätzlich mit einem Breitbandanschluss versorgt. Für 2009 war eine ähnliche Investitionssumme vorgesehen. Der Konzern hatte sogar eine Aufstockung erwogen. Dies müsse nun überprüft werden.

Die Bundesnetzagentur hatte am Dienstag erklärt, dass das Entgelt ab April für zwei Jahre auf 10,20 Euro pro Anschluss im Monat von bislang 10,50 Euro sinke. Die Telekom, die gut acht Millionen Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) vermietet hat, hatte eine Erhöhung auf 12,90 Euro gefordert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa