Streit um Ablösung Brender erhält Fernsehpreis

Der unter politischen Druck geratene ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender erhält den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Die Jury schätzt Brenders Leistung offenbar anders ein als Hessens Ministerpräsident Roland Koch, der als stellvertretender Chef des ZDF-Verwaltungsrats Brenders Ablösung gefordert hatte.

Berlin - Brender wird "für seine vorbildhafte journalistische Haltung" geehrt, wie die Jury bekanntgab. Der ZDF-Chefredakteur stehe "für Qualität und Unabhängigkeit" und setze sie "auch gegen Widerstände durch". Brenders Haltung und die daraus folgenden Handlungen machten insbesondere jüngeren Journalisten Mut, keinem Druck oder Einflussversuch nachzugeben.

Der Förderpreis geht an Astrid Randerath und Christian Esser, die Autoren der ZDF-Dokumentation "Das Pharmakartell". Die Jury lobte den "Frontal 21"-Beitrag als ein herausragendes Beispiel von investigativem Journalismus.

Der Preis wird alljährlich von einem 16-köpfigen Freundeskreis des 1995 gestorbenen "Tagesthemen"-Moderators Hanns Joachim Friedrichs vergeben. Dazu zählen auch Moderator Ulrich Wickert und der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen.

Der stellvertretende ZDF-Verwaltungsratschef, Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), hatte sich in den vergangenen Wochen offen für eine Ablösung Brenders ausgesprochen und dabei qualitative Argumente angeführt. Brender hatte daraufhin auf sein Recht verzichtet, ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages Ende März 2010 zu erfahren, ob dieser für weitere fünf Jahre verlängert wird.

manager-magazin.de mit Material von ddp