Qimonda Russen strecken Fühler aus

Ist ein Retter in Sicht? Insolvenzverwalter Martin Jaffé hat angeblich zu einem russischen Investor Kontakt, der bei dem insolventen Speicherchiphersteller Qimonda einsteigen könnte. Interesse hat mittlerweile auch der taiwanesische Konzern Taiwan Memory angemeldet.

München - An der insolventen Infineon-Tochter Qimonda  sind angeblich auch Investoren aus Russland und Taiwan interessiert. Insolvenzverwalter Martin Jaffé soll mit potenziellen Investoren aus beiden Ländern über einen möglichen Einstieg bei dem Speicherchip- Hersteller gesprochen haben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise. Jaffé hoffe in beiden Fällen auf Signale für weiterführende Gespräche. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters habe sich dazu nicht äußern wollen, hieß es in dem Bericht.

Bei allen Interessenten soll es um staatliche Stellen gehen - oder um Unternehmen, die zum Großteil in Staatsbesitz sind. Am Mittwoch hatte bereits der taiwanesische Halbleiterkonzern Taiwan Memory, der gerade aufgebaut wird, sein Interesse an Qimonda bestätigt. Taiwan hat sich derzeit vorgenommen, seine Chipindustrie zusammenzulegen und zu einem Weltmarktführer zu verschmelzen.

Neben den Russen und Taiwanesen führe Jaffé auch mit dem chinesischen Staatsunternehmen Inspur Gespräche. Diese seien am weitesten gediehen, hieß es in dem "SZ"-Bericht. In Russland, China und Taiwan wird die Chipindustrie mit öffentlichen Geldern gefördert.

Jaffé plant derweil, zum 1. April am Hauptproduktionsstandort von Qimonda in Dresden eine Transfergesellschaft zu gründen. Sollte die Gesellschaft nicht zustande kommen, muss das Insolvenzverfahren eröffnet und das Unternehmen womöglich liquidiert werden. Zudem drohe den Mitarbeitern von Qimonda ab Mitte kommender Woche die Entlassung, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Mittwoch.

manager-magazin.de mit Material von dpa