Loewe Gewinn verdoppelt, Dividende steigt

Der fränkische Fernseherhersteller Loewe demonstriert nach einem Rekordjahr Zuversicht für 2009. Den Aktionären winkt als Erfolgsbeteiligung eine Verdoppelung der Dividende. Für gute Geschäfte hatte 2008 unter anderem die Fußball- Europameisterschaft im Sommer gesorgt.

München - Die Loewe-Aktionäre sollen 50 Cent je Anteilsschein erhalten, sagte Firmenchef Frieder Löhrer am Mittwoch. Im vergangenen Jahr zahlte Loewe  noch 27 Cent je Aktie. Der Gewinn hatte sich im vergangenen Jahr auf 18,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Trotz einer Absatzdelle Anfang 2009 zeigte sich das Traditionsunternehmen optimistisch, seinen Jahresumsatz von zuletzt 374 Millionen Euro auszubauen. Nach zwei schwachen Monaten normalisiere sich die Nachfrage derzeit gerade, was Löhrer zuversichtlich für ein starkes Weihnachtsgeschäft stimmt. "Das Interesse an Unterhaltungselektronik ist nach wie vor groß", sagte er.

Das Unternehmen setze verstärkt auf große und teure Flachbildfernseher, um seine operative Rendite über dem Branchendurchschnitt zu halten. Viele Konkurrenten schrieben allerdings rote Zahlen, räumte Löhrer ein. "Ich gehe aber nicht von einem Margeneinbruch aus." Die Rendite vor Steuern und Zinsen hatte bei Loewe zuletzt bei knapp 8 Prozent gelegen.

Löhrer rechnet damit, dass Loewe den Durchschnittspreis für seine TV-Geräte auch im laufenden Jahr stabil hält. Die Geräte aus Kronach kosten im Schnitt gut 2400 Euro und sind damit fast vier Mal so teuer wie ein Durchschnittsgerät, dessen Preis im vergangenen Jahr um 50 Euro auf 650 Euro zurückgegangen ist.

Für gute Geschäfte hatte 2008 unter anderem die Fußball- Europameisterschaft im Sommer gesorgt, für die sich viele Zuschauer einen neuen Fernseher zulegten. Insgesamt legte der Fernsehgerätemarkt in Deutschland auch durch die große Nachfrage nach LCD-Monitoren und Großbildschirmen um 23 Prozent zu.

Einen Auftragsrückgang kann das Unternehmen mit seinen rund 1000 Beschäftigten nach Einschätzung von Löhrer vorerst durch flexible Arbeitszeitmodelle abfedern. "Wir haben keine Kurzarbeit im Visier." Allerdings gebe es auch Szenarien für eine längere Schwächephase, die notfalls greifen müssten.

Die Oberfranken wollen künftig weiter vor allem aus eigener Kraft wachsen und dabei ihre Internationalisierung vorantreiben sowie das Geschäft mit Hotels und Immobilienentwicklern ausweiten. In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen bereits einen Großauftrag über 6000 Geräte von einer Hotelkette erhalten.

Mit Zukäufen werde sich sein Haus zurückhalten, sagte Löhrer und wandte sich damit auch gegen eine Übernahme des von der Wirtschaftskrise gebeutelten dänischen Konkurrenten Bang & Olufsen. "Viele Gelegenheiten stellen sich im Nachhinein als Katastrophe heraus."

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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