Vodafone/Telefonica Kooperation bei Mobilfunknetzen

Der britische Telekomkonzern Vodafone und die spanische Telefonica legen Bereiche ihrer Mobilfunknetze zusammen. Mit der engeren Zusammenarbeit wollen die beiden Unternehmen Investitions- und Betriebskosten sparen. Die Mobilfunkdienste für Kunden werden aber weiterhin unabhängig davon angeboten.

London - Die Telekomkonzerne Vodafone und Telefonica wollen in Zukunft beim Ausbau ihrer Mobilfunknetze in mehreren europäischen Ländern intensiver zusammenarbeiten. Die beiden Unternehmen kündigten am Montag an, existierende Übertragungstechnik wie Mobilfunkmasten und Antennen gemeinsam nutzen und den Aufbau ihrer Netze in einigen Ländern zusammen vorantreiben zu wollen.

Die Unternehmen versprechen sich davon in den nächsten zehn Jahren Einsparungen durch geringere Investitionen und Betriebskosten von mehreren hundert Millionen Pfund auf beiden Seiten. Die Mobilfunkdienste werden aber nach wie vor unabhängig voneinander angeboten.

Die beiden Unternehmen wollen zunächst in Deutschland, Irland und Großbritannien zusammenarbeiten, in Tschechien wird noch verhandelt. In Deutschland soll die gemeinsame Nutzung bereits existierender Übertragungsstandorte intensiviert werden. Beide Unternehmen nutzen entsprechende Infrastruktur bereits zum Teil gemeinsam mit anderen deutschen Netzbetreibern. In Spanien teilen sich Telefonica  und Vodafone  bereits seit zwei Jahren Mobilfunkmasten, Schaltkästen und Stromleitungen - diese Zusammenarbeit soll in den kommenden beiden Jahren weiter ausgebaut werden.

Neue Übertragungstechnik gemeinsam aufbauen

In Großbritannien und Irland wollen Telefonica und Vodafone auch neue Übertragungstechnik gemeinsam aufbauen. Dies solle "sobald wie möglich geschehen", sagte ein Vodafone-Sprecher in London. Einwände der Regulierungsbehörden würden nicht erwartet, da sich die Zusammenarbeit nur auf Infrastruktur beziehe.

Matthew Key, Unternehmenschef von Telefonica Europe erklärte, Telefonica und Vodafone träten weiter als Wettbewerber gegeneinander an, könnten den Kunden gleichzeitig aber eine bessere Netzabdeckung bieten. Die Netze könnten schneller ausgeweitet werden, Dienste wie mobile Breitbandverbindungen könnten einer breiteren Bevölkerung angeboten werden.

Auch von den Kosteneinsparungen sollen die Kunden beider Unternehmen profitieren. Das Geld soll in die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen gesteckt werden. Zudem werde der Einfluss auf die Umwelt durch geringere Zahl von Mobilfunkmästen verringert.

In der vergangenen Woche war in britischen und spanischen Medien bereits über eine länderübergreifende Kooperation der beiden Telekomkonzerne spekuliert worden. Vodafone teilt sich bereits in zahlreichen Ländern die Infrastruktur mit anderen Betreibern. So arbeitet der Mobilfunkanbieter in Großbritannien zum Beispiel mit Orange, dem Mobilfunkarm von France Telecom, zusammen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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