"New York Times" Verlagshaus streicht Dividende

Die börsennotierte US-Verlagsgruppe rund um die renommierte "New York Times" streicht angesichts ihrer Finanzprobleme erstmals in vier Jahrzehnten die Dividende. Erst vor Kurzem bekam der Verlag eine Finanzspritze vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim.

New York - Die "New York Times" bekommt die Zeitungskrise immer stärker zu spüren und verzichtet auf die Ausschüttung der Dividende. Gerade musste der Traditionskonzern wegen sinkender Werbeeinnahmen einen Gewinneinbruch um die Hälfte hinnehmen.

Mit dem Wegfall der Ausschüttung spart die New York Times Company nochmals rund 34,5 Millionen Dollar pro Jahr, nachdem sie im November die Dividende bereits massiv gekürzt hatte. Der Schritt gebe dem Konzern angesichts der unsicheren Aussichten mehr Spielraum, teilte Herausgeber Arthur Sulzberger am Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Die Verlegerfamilie Ochs-Sulzberger kontrolliert die Gruppe über die Mehrheit bei speziellen Stimmrechten. Die Dividende war für die Familie bislang eine wesentliche Einnahmequelle.

Die Gruppe will sich derzeit von Beteiligungen etwa im US-Baseball trennen. Die erst kürzlich gebaute Zentrale im Herzen New Yorks soll verkauft und zurückgemietet werden. Zum Konzern zählen unter anderem auch die Blätter "Boston Globe" und "International Herald Tribune".

Der Verlag hatte sich gerade eine Kapitalspritze von 250 Millionen Dollar vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim geholt. Der Geschäftsmann kann so seinen Anteil von bisher knapp 7 Prozent mittelfristig stark ausbauen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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