WAZ Hombach verschärft Sparkurs

Der Waz-Konzern will 300 Stellen in den Mantel- und Lokalredaktionen ihrer Zeitungen abbauen. Damit will Geschäftsführer Bodo Hombach der Anzeigenflaute begegnen und insgesamt 32 Millionen Euro einsparen.

Düsseldorf - Die Waz Mediengruppe will bei ihren nordrhein-westfälischen Blättern rund 300 Stellen einsparen. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle aber verzichtet werden. Bislang sei rund 200 von 900 Mitarbeitern insgesamt angeboten worden, in Altersteilzeit zu gehen oder einen Aufhebungsvertrag zu schließen, teilte die Waz nun mit.

Das Unternehmen korrigierte damit Angaben vom Dienstag, wonach bereits 200 Mitarbeiter auf entsprechende Angebote eingegangen seien. Ebenfalls korrigiert wurde die Aussage, das Konzept zur Umstrukturierung sehe vor, die bisher festangestellten Fotografen künftig freiberuflich für die Redaktionen arbeiten zu lassen. Am Mittwoch hieß es, das Konzept habe dies vorgesehen, "jetzt" aber seien den Fotoredakteuren Verhandlungen angeboten worden mit dem Ziel, sie im Unternehmen zu halten.

Das schrumpfende Anzeigengeschäft infolge der schwachen Konjunktur macht den Verlagen derzeit massiv zu schaffen. Hinzu kommen sinkende Auflagenzahlen. Viele Medienhäuser setzen den Rotstift an. So teilte der Verlag Condé Nast just mit, die Zeitschrift "Vanity Fair" einzustellen, zuvor hatte Gruner + Jahr bereits sein Gegenstück "Park Avenue" vom Markt genommen.

Die Waz will im laufenden Jahr 32 Millionen Euro sparen. Schon im vergangenen Jahres hatte das Verlagshaus deshalb angekündigt, 260 Stellen streichen zu wollen. Bis auf die "Waz" schreiben die Blätter hohe Verluste wie nie. Die "Neue Ruhr/Rhein Zeitung" (NRZ), "Westfälische Rundschau" (WR) und "Westfalenpost" (WP) haben der Fachzeitschrift "Horizont" zufolge bis November 2008 einen Verlust von circa elf Millionen Euro erwirtschaftet. Im Dezember habe sich die Situation noch einmal verschärft, räumte Waz-Geschäftsführer Bodo Hombach bereits Ende des Jahres ein.

Wie das Verlagshaus inzwischen mitteilte, sollen die überregionalen Teile der drei großen NRW-Blätter "Waz", "NRZ" und "WR" ab Frühjahr von einer gemeinsamen Redaktion produziert werden. Bisher hatte jede dieser Zeitungen eine eigenständige Vollredaktion. Die "WP" soll als Sondermodell einer Heimatzeitung für Südwestfalen fortgeführt werden.

"Jeder Titel soll seinen Weg aus den roten Zahlen finden", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Hombach nun. Auch die inhaltliche Qualität will das Management nach eigener Aussage steigern. Doppelarbeit soll vermieden werden, die Redakteure mehr Zeit zur Recherche haben. Das Haus werde sich von Lokalredaktionen trennen, wo Verluste in Millionenhöhe entstanden sind oder derzeit mehr als eine Lokalredaktion der Waz-Gruppe besteht, hieß es bereits am Dienstag.

Die Geschäftsführung hatte auch angekündigt, den Agenturanteil drastisch zurückzufahren. Den Vertrag mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verlängerte die Gruppe nicht. Damit alleine spart der Konzern nach Aussage der Geschäftsführung drei Millionen Euro jährlich.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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