Telekom Stellenabbau geht weiter

Die Deutsche Telekom sieht noch kein Ende der Stellenstreichungen, will aber weiter ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen und auch jüngere Mitarbeiter einstellen. Unterdessen haben sich rund 4500 Mitarbeiter am Mittwoch bundesweit an Warnstreiks beteiligt.

Bonn - "Wir werden auch künftig Personal sozialverträglich abbauen, in einer Größenordnung wie in der Vergangenheit", sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger. Dies solle vor allem über Fluktuation, Abfindungsangebote, Vorruhestandsregelungen und die Weitervermittlung von Beamten erfolgen. In den vergangenen Jahren hat der Konzern im Schnitt 10.000 Arbeitsplätze jährlich abgebaut.

Gleichzeitig will Sattelberger eine Überalterung der Belegschaft durch Neueinstellungen verhindern und mit Blick auf den Breitbandausbau stärker im technischen Bereich ausbilden. 2009 zähle die Telekom wieder 3600 Auszubildende. Zusätzlich rechnet der Manager mit 3500 (Vorjahr: 3600) Neueinstellungen.

In ihrer Großkundensparte T-Systems will die Telekom den Stellenabbau über Abfindungsangebote vorantreiben. "Bislang haben sich etwa 1600 Beschäftigte gemeldet", erläuterte Sattelberger. Er gehe davon aus, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu können. Wie bereits im vergangenen Jahr könnten auch im laufenden Jahr 3000 Stellen abgebaut werden, indem die Telekom Beamte an den Bund abgibt, führte Sattelberger aus. Diese würden überwiegend an die Bundesagentur für Arbeit sowie an Länder und Kommunen vermittelt. 53.000 der etwa 132.000 Mitarbeiter, die der ehemalige Staatsmonopolist am Heimatmarkt beschäftigt, sind Beamte.

Tarifstreit: Verdi will 8,5 Prozent mehr

Rund 4500 Mitarbeiter der Deutschen Telekom haben sich unterdessen nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch bundesweit an Warnstreiks beteiligt. Mit den Arbeitsniederlegungen wollen sie ein besseres Tarifangebot des Konzerns in den laufenden Verhandlungen durchsetzen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für etwa 83.000 Beschäftigte eine Gehaltserhöhung von 8,5 Prozent, mindestens aber 220 Euro pro Monat mehr. Das Angebot der Telekom sieht eine Entgelterhöhung um 3,0 Prozent rückwirkend zum 1. Januar und ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent vor.

Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte laut Mitteilung in Berlin: "Wenn wir in der kommenden Runde kein neues Angebot vorgelegt bekommen, wird die große Tarifkommission über das Scheitern der Verhandlungen entscheiden." Die nächsten Verhandlungen sind für den 26. und 27. Februar 2009 geplant.

Ein Schwerpunkt der Warnstreiks lag am Mittwoch in Baden- Württemberg. Dort legten rund 1250 Beschäftigte in 16 Städten für mehrere Stunden ihre Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher mitteilte. Betroffen waren unter anderem Standorte in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe und Heilbronn. Für die Kunden gab es nach Angaben der Gewerkschaft Verzögerungen bei der Störungsbeseitigung und der Auftragsannahme.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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