Gewinneinbruch Viacom ächzt unter Krise

Den US-Medienriesen Viacom hat die Wirtschaftskrise schwer erwischt. Restrukturierungsmaßnahmen sowie Einbrüche in Film- und TV-Sparten schlugen kräftig zu Buche. Der Überschuss fiel zum Jahresende um fast 70 Prozent.

New York - Der US-Medienkonzern Viacom  hat wegen der Wirtschaftskrise und hoher Restrukturierungskosten zum Jahresschluss 2008 einen heftigen Gewinneinbruch erlitten.

Der Überschuss der von US-Milliardär Sumner Redstone kontrollierten Gruppe stürzte im vierten Quartal um fast 70 Prozent auf 173 Millionen Dollar ab. Der Umsatz stagnierte bei 4,2 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro), teilte der Konzern am Donnerstag mit. Im Gesamtjahr 2008 fiel der Gewinn um knapp ein Drittel auf 1,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz hingegen legte um neun Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar zu.

Die Kosten für Entlassungen, geringe Einschaltquoten bei den Fernsehsendern und schwächere DVD-Verkäufe führten mit zu dem Gewinneinbruch. Über 450 Millionen Dollar fielen allein im vierten Quartal an Kosten für Abschreibungen und Restrukturierung an. Dramatisch auch der Gewinnrückgang in der Filmsparte: Er brach um mehr als 80 Prozent ein - bei einem Umsatzminus von zwei Prozent. Im TV-Geschäft halbierte sich der Gewinn fast trotz konstanter Erlöse.

Viacom macht etwa ein Drittel seiner Umsätze mit Werbung. Zu Viacom gehören unter anderem die Filmstudios Paramount und TV-Sender wie MTV und Nickelodeon. Die Sparmaßnahmen bei den Autokonzernen, in der Finanzindustrie sowie bei Einzelhändlern zwingen den Konzern dazu, den Gürtel ebenfalls enger zu schnallen. Deshalb will Paramount in Zukunft weniger Filme produzieren als bislang. Ende 2008 hatte der Viacom mitgeteilt, etwa 850 Stellen konzernweit streichen zu wollen.

Auch alle US-Wettbewerber leiden unter den stark sinkenden Werbeeinnahmen und den niedrigen Ausgaben der Verbraucher. Branchenführer Time Warner  und die News Corporation  von Medienmogul Rupert Murdoch schrieben in der Krise zuletzt hohe Milliardenverluste. News Corp. meldete einen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar, Time Warner sogar ein Minus von 16 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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