British Telecom Dramatischer Absturz

Der Gewinn des britischen Telekomanbieters British Telecom sinkt um über 80 Prozent. Schlechte Zahlen der IT-Servicesparte ziehen das Ergebnis in den Keller. Verantwortlich dafür sind aber nicht die Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern hausgemachte Probleme.

London - Probleme bei der IT-Tochter Global Services haben dem britischen Telekomanbieter British Telecom (BT)  die Bilanz verhagelt und den Aktienkurs auf ein Allzeittief geschickt. Alle anderen Bereiche außer der für Tech-Dienstleistungen zuständigen Tochter hätten sich gut entwickelt, sagte am Donnerstag Ian Livingston, Chef des größten britischen Festnetz-Anbieters.

Der Umsatz im Konzern sei im dritten Geschäftsquartal (per Ende Dezember) um fünf Prozent auf 5,44 Milliarden Pfund gestiegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sei indes vor allem wegen Rückstellungen für Global Services deutlich gesunken. Vor Steuern gab es einen Einbruch um 81 Prozent auf 113 Millionen Pfund.

Der ehemalige Staatskonzern hatte Ende Oktober nach Problemen in dem IT-Bereich eine Gewinnwarnung ausgegeben. Livingston bekräftigte, die Schwierigkeiten bei BT Global Services lägen im operativen Geschäft und hätten nichts mit der globalen Wirtschaftsschwäche zu tun. Beobachter meinen, die IT-Servicesparte expandierte jahrelang massiv, ohne dass dabei ausreichend auf die Profitabilität geschaut wurde.

Der Konzern hat den Angaben zufolge seit dem Frühjahr 9500 Stellen abgebaut und wird das Ziel einer Kürzung von 10.000 Arbeitsplätzen wohl Ende März zu erreichen. Ob darüber hinaus noch weitere Stellen gestrichen werden könnten, lasse sich jetzt noch nicht sagen, erklärte Livingston. Es sei aber klar, dass BT noch effizienter werden müsse.

BT-Aktien gaben an der Londoner Börse zeitweise um rund sieben Prozent auf 97,40 Pence nach. Auf dieses Niveau war der Kurs noch nie zuvor abgesackt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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