Pioneer Zappenduster

Drastischer Stellenabbau, Rückzug aus dem Geschäft mit Flachbildschirmen - der japanische Elektronikkonzern Pioneer greift weiter hart durch, um nach langer Durststrecke wieder in die Gewinnzone zu gelangen. Doch das wird noch eine Zeit lang dauern.

Tokio - Der japanische Elektronikkonzern Pioneer plant weltweit den Abbau jedes vierten seiner rund 37.000 Arbeitsplätze. Davon betroffen sind rund 6000 Vollzeitarbeitsplätze und 4000 Stellen bei Zeit- und Vertragsmitarbeitern, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Als Grund für die Stellenstreichung führte Pioneer einen massiven Absatzeinbruch an, insbesondere bei Autoradios und Plasma-Fernsehern. Erst 2008 hatte der Konzern die Zahl seiner Beschäftigten um 5900 auf zuletzt noch 36.900 verringert.

Pioneer teilte ferner mit, sich aus dem Geschäft mit TV-Flachbildschirmen komplett zurückzuziehen und kündigte für das laufende Geschäftsjahr einen Rekord-Verlust in Milliarden-Höhe an.

Pioneer begründet seinen Ausstieg aus dem Geschäft mit Flachbildschirmen damit, dass hier langfristig keine Gewinne zu erzielen seien. Der Forschungsfirma Display Search zufolge kam Pioneer in dem Bereich zuletzt auf einen Marktanteil von 5,9 Prozent und lag damit hinter den Marktführern Panasonic (37,2 Prozent), Samsung  (22,8 Prozent) und LG Electronics (15,5 Prozent). Der japanische Konzern hatte bereits am Wochenende durchblicken lassen, einen Rückzug aus dem Bereich in Betracht zu ziehen. Er soll nun bis März 2010 vollzogen sein. Zwei Werke zur Herstellung von Plasmabildschirmen sollen nun geschlossen werden: Es handelt sich um die Standorte Pomona in Kalifornien und Castleford in Großbritannien. Man wolle sich künftig nun wieder mehr auf das Geschäft rund um Autoradios konzentrieren, wo der Konzern zu den Weltmarktführern gehört, teilte Pioneer mit.

Für das laufende Geschäftsjahr 2008/2009 (per Ende März) sagte der japanische Konzern einen Verlust von 130 Milliarden Yen (rund 1,1 Milliarden Euro) voraus und kürzte seine Umsatzprognose um 20 Prozent. Bislang war der Pioneer von 78 Milliarden Yen Verlust ausgegangen. Das ist der fünfte Jahresverlust in Folge für den Konzern aus Tokio. Für das folgende Geschäftsjahr wird ebenfalls mit roten Zahlen gerechnet, erst im Geschäftsjahr 2010/2011 würden wieder Gewinne erwartet, hieß es. Firmensprecherin Michiko Kadoi führte die schlechten Zahlen auf die weltweite Wirtschaftskrise zurück. "Wir wurden schwer von der Konsumzurückhaltung getroffen." Eine weitere Belastung war der starke Yen, der japanische Produkte im Ausland verteuert und der Exportwirtschaft schadet.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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