Sonntag, 15. Dezember 2019

Absturz Epcos streicht mehr als 4000 Stellen

Der Elektronikkomponentenhersteller Epcos ist wegen der Krise der Automobilbranche tief in die roten Zahlen gerutscht. Besserung erwartet der Konzern zunächst nicht. Stattdessen hat Epcos bereits Tausende Stellen abgebaut, um die Kosten weiter zu senken.

München - Der Bauelementespezialist Epcos Börsen-Chart zeigen leidet unter der Wirtschaftskrise und hat massiv Arbeitsplätze gestrichen. Weltweit seien im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 (30. September) rund 4100 Stellen abgebaut worden, davon 300 in München, teilte Epcos am Freitag mit. Vor allem im Bereich Autoelektrik brachen die Umsätze im ersten Quartal um 45 Prozent ein. Das Unternehmen rutschte in die roten Zahlen. Unter dem Strich verbuchte Epcos einen Verlust von 29,8 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 8,8 Millionen Euro im Vorquartal.

Weitere Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen: Epcos verbuchte einen Verlust in Millionenhöhe
Der Umsatz fiel um 26 Prozent auf 282 Millionen Euro. Viele Aufträge seien verschoben oder storniert worden, weil Epcos-Kunden ihre Produktion gedrosselt hätten und zunächst Lagerbestände aufbrauchen wollten, erklärte das Unternehmen.

Sollte diese Entwicklung so weiter gehen, seien noch mehr Stellenstreichungen im laufenden Geschäftsjahr nicht ausgeschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher. Man wolle aber erst versuchen, die Krise mit Kurzarbeit zu überstehen.

Auch für das laufende zweite Geschäftsquartal stellt sich Epcos auf einen weiteren Umsatzrückgang auf 260 Millionen Euro und Verluste ein. Die Aktie fiel zeitweise um gut 4 Prozent. Der japanische Elektronikkonzern TDK Börsen-Chart zeigen hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr übernommen. Er will die verbliebenen Aktionäre über einen sogenannten Squeeze-out herausdrängen.

An den deutschen Standorten München, Heidenheim und Berlin sei die Arbeitszeit für Teile der Belegschaft bereits seit dem ersten Februar reduziert worden, sagte der Unternehmenssprecher. Epcos hatte zum Ende des vorigen Geschäftsjahres weltweit noch 21.200 Mitarbeiter.

Einschließlich Leiharbeitern waren es zum Jahresende 2008 rund 24.300 Beschäftigte. Von dem weltweiten Stellenabbau waren jeweils zur Hälfte eigene Mitarbeiter des Unternehmens und zur anderen Hälfte Leiharbeiter sowie Beschäftigte bei Auftragsnehmern betroffen. Am Standort München mussten nach Angaben des Sprechers ausschließlich Leiharbeiter gehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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