De-Mail Startschuss für die sichere E-Post

Der neue E-Mail-Dienst De-Mail soll nichts weniger als die elektronische Post revolutionieren. Wichtige Geschäfts- und Behördenpost soll künftig über besonders sichere Onlinewege geleitet und damit so verbindlich werden wie Papierpost. Das Bundeskabinett hat nun einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen.

Berlin - Nun wird es also ernst. Noch im vergangenen Jahr verkündete die Bundesregierung ein neues Verfahren für elektronische Post installieren zu wollen. Nun kommt De-Mail. Nach einem Test in Friedrichshafen am Bodensee soll im kommenden Jahr das neue System bundsweit eingeführt werden.

Verbraucher sollen wichtige Geschäfts- und Behördenpost nach dem Willen der Bundesregierung ab dem kommenden Jahr deutlich sicherer über das Internet verschicken können als bisher. Das Kabinett habe einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Einführung eines E-Mail-Dienstes zum "vertraulichen, zuverlässigen und sicheren Versand" von Nachrichten und Dokumenten vorsieht, erklärte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Berlin.

Das neue Verfahren soll so einfach wie das Verschicken einer normalen E-Mail sein, daneben jedoch auch höchsten Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Der Dienst soll ab 2010 von staatlich geprüften Unternehmen angeboten werden, so Schäuble. Verbraucher sollen durch De-Mail "in die Lage versetzt werden, sich gegen unerwünschtes Mitlesen, Diebstahl wichtiger Daten, Betrug im Internet und gegen Spam besser zu schützen", erklärte der Bundesminister.

Bürger, Unternehmen und Verwaltung könnten durch die Einführung des Dienstes jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro einsparen. Ein hehres Ziel. Kritiker befürchten jedoch, dass auch Mehrkosten entstehen könnten, zumal einige Bundesländer bereits eigene Systeme benutzen, die nun auf Kompatibilität geprüft werden müssten.

Schäuble ist sich sicher, Deutschland nehme durch die Einführung des Dienstes "eine Vorreiterrolle in der elektronischen Geschäftswelt" ein. Anwendungsmöglichkeiten seien etwa der Versand von Rechnungen, Bescheinigungen, vertraulichen Dokumenten oder Vertragsunterlagen.

De-Mail-Nutzer müssten für die Nutzung des Dienstes bei einem geprüften Anbieter ihrer Wahl ein Postfach eröffnen, sagte Schäuble weiter. Hierfür sei jedoch zunächst eine sichere Identifizierung nötig, etwa durch die Vorlage des Personalausweises. Der Versand der De-Mails erfolge schließlich über "gesicherte Kommunikationskanäle". Die Vorgaben würden im sogenannten Bürgerportalgesetz festgeschrieben. Ob die Sicherheit des De-Mail-Systems allerdings tatsächlich das halten kann, was sie derzeit verspricht, wird sich noch erweisen müssen.

manager-magazin.de mit Material von afp