Motorola Erneuter Milliardenverlust

Der angeschlagene US-Handyhersteller Motorola hat am Jahresende erneut rote Zahlen geschrieben und einen düsteren Ausblick gegeben. Zudem kündigte das Unternehmen einen Wechsel im Management an: Der Finanzchef nimmt seinen Hut.

Schaumburg - Im vierten Quartal habe das Minus auch durch Abschreibungen und den laufenden Umbau bei 3,6 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) oder 1,57 Dollar je Aktie gelegen, teilte Motorola  am Dienstag vor Handelsbeginn in den USA mit.

Der Umsatz brach vor allem belastet durch die Handysparte um mehr als ein Viertel auf 7,1 Milliarden Dollar ein. Die Quartalsdividende wurde gestrichen. Auch für das laufende erste Quartal rechnet der Handyhersteller nicht mit einer Verbesserung, sondern mit einem Verlust von 0,10 bis 0,12 Dollar.

Wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hatte Motorola bereits den Rotstift angesetzt und drastische Kosteneinsparungen angekündigt. Insgesamt sollen auf diese Weise 2009 rund 1,5 Milliarden Dollar gespart werden, hieß es nun. Damit versucht der Handyhersteller drastische Umsatzeinbußen auszugleichen. Die Erlöse in der Handysparte waren im vierten Quartal um fast die Hälfte eingebrochen. Motorola hatte nur rund 19,2 Millionen Handys verkauft, etwa halb so viele wie im Jahr zuvor.

Die Aktie rutschte an der Frankfurter Börse um mehr als 5 Prozent auf 3,25 Euro ab. Motorola hatte bereits vor einem Quartalsverlust gewarnt. Das Minus fiel nun aber nochmals deutlich höher als erwartet aus. Erst Mitte Januar hatte der Hersteller wegen seiner massiven Probleme mit dem Abbau von weiteren 4000 Stellen begonnen.

Nun soll ein neuer Finanzvorstand das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Nachfolger von Paul Liska wird Edward Fitzpatrick, der zuvor im Controlling tätig war. Liska war erst im vergangenen Februar zu Motorola geholt worden, um den Konzern zu sanieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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