Vodafone Gewinnprognose angehoben

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone hat seinen Umsatz gesteigert und übertraf damit Analystenerwartungen. Auch die Erlöse sind im abgelaufenen Quartal höher ausgefallen als erwartet. Der Konzern hebt nun die Prognose für den Gewinn an. Vodafone Deutschland wächst solide.

London/Frankfurt am Main - Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone  hat dank des schwachen Pfunds seine Prognosen erhöht. Die Gruppe habe Annahmen für die den Schätzungen zu Grunde liegenden Wechselkurse angehoben und ihre Erwartungen entsprechend angepasst, teilte das Unternehmen am Dienstagmorgen mit. "Die Geschäftsentwicklung zeigte ähnliche Trends wie im vorangegangenen Quartal", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao. Entsprechend hätten sich die grundlegenden Erwartungen nicht verändert. Die Aktie legte zum Handelsbeginn knapp fünf Prozent zu, deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

Vodafone rechnet wegen der für seine Geschäfte günstigen Wechselkurse des Pfunds zum Euro und Dollar nun mit einem bereinigten operativen Gewinn von 11,5 bis 12 Milliarden britischen Pfund (etwa 12,8 bis 13,4 Milliarden. Euro) für das bis Ende März dauernde Geschäftsjahr.

Damit wurde die bisherige Spanne um 0,5 Milliarden Pfund angehoben. Auch das Ziel für den Free Cash Flow wurde noch einmal leicht um 0,3 Milliarden Pfund erhöht und liegt nun bei 5,5 bis 6 Milliarden Pfund. Den Umsatz sieht Vodafone nun bei 40,6 bis 41,5 Milliarden Pfund. Im November war der Umsatzausblick noch auf 38,8 bis 39,7 Milliarden Pfund gekürzt worden.

Sparprogramm im Plan

Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Vodafone seine Umsätze vor allem dank positiver Währungseffekte und Zukäufe um 14,3 Prozent auf 10,47 Milliarden Pfund. Auf organischer Basis gingen die Umsätze zwar um 1 Prozent zurück, trotzdem übertraf der Mobilfunkbetreiber die Erwartungen von Analysten. Zahlen für den Gewinn nennt Vodafone nur bei Veröffentlichung des Gesamt- und Halbjahresberichts.

Ein deutliches Plus von 25,3 Prozent auf 786 Millionen Pfund verbuchte Vodafone dabei auf organischer Basis bei den Datenumsätzen. Die Zahl der Kunden wuchs um 9,5 Millionen auf 289 Millionen. Das Sparprogramm, mit dessen Hilfe bis 2011 rund eine Milliarde Pfund jährlich eingespart werden soll, liege im Plan, hieß es weiter. Bis Ende 2010 sollen die Kosten bereits um rund 500 Millionen Pfund gesenkt werden.

In Europa seien die Serviceumsätze um 15 Prozent gestiegen, organisch sanken sie ebenfalls um 1,4 Prozent. Dabei hätten solide Ergebnisse in Deutschland und Italien sowie eine Stabilisierung in Großbritannien die anhaltende Schwäche in Spanien wettgemacht, wo sie um fast 6 Prozent zurückgingen.

Solides Ergebnis in Deutschland

Auf dem hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt habe sich der Rückgang der Serviceumsätze verlangsamt. Außerdem sei die Zahl der Breitbandkunden im dritten Quartal um 123.000 auf mehr als drei Millionen gesteigert worden. Vodafone Deutschland und das im Mai vollständig übernommene Arcor hätten im abgelaufenen Jahr 2008 von der anhaltenden Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen profitiert.

"Die Nachfrage nach Breitband ist weiterhin groß", erklärte Friedrich Joussen, Vorsitzender der Geschäftsführung Vodafone Deutschland und Vorstandsvorsitzender Arcor. "Wir stehen in den Startlöchern, in die neuen Breitbandnetze für die Städte und die Versorgung der ländlichen Gebiete zu investieren. Dafür sind jetzt schnelle Entscheidungen der Politik für ordentliche Rahmenbedingungen notwendig." Einschließlich Arcor habe der Mobilfunkanbieter im vergangenen Jahr 520.000 neue DSL-Kunden gewonnen.

Serviceumsatz legt zu

Der Markt für Smartphones, Notebooks und Netbooks, die mit mobiler Breitbandanbindung automatisch ausgestattet sind, gewinne zunehmend an Bedeutung, erläuterte das Unternehmen. Circa 7,68 Millionen Kunden verfügen über ein UMTS-Handy oder nutzten mobile Breitbandanbindungen mit ihrem Notebook. Entsprechend hätten die Datenumsätze (ohne SMS und MMS) zugenommen: Im Schlussquartal seien damit 248 Millionen Euro erwirtschaftet worden, 24,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Inzwischen sei dieses Segment umsatzstärker als SMS und MMS. Der gesamte Serviceumsatz über alle Sparten sei im Weihnachtsquartal leicht um 1,4 Prozent zurückgegangen. Einschließlich Arcor habe Vodafone 2,268 Milliarden Euro in den drei Monaten erwirtschaftet. Mobilfunkkunden zählt Vodafone hierzulande etwa 36,17 Millionen, das sind 2,249 Millionen mehr als vor einem Jahr.

Am stärksten wuchs Vodafone allerdings nicht in Europa, sondern erneut in Indien, wo die Serviceumsätze währungsbereinigt um 29,6 Prozent gesteigert und 2,1 Millionen neue Kunden gewonnen werden konnten. Im Frühjahr hatte Vodafone seine Position auf dem indischen Markt mit der Übernahme der indischen Hutchinson Essar deutlich gestärkt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dow jones

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