Qimonda "Chancen, wieder ganz vorne mitzuspielen"

Eine Woche nach der Pleite des Speicherchipherstellers Qimonda hat Sachsens CDU-Ministerpräsident Stanislaw Tillich die sogenannte Leuchtturmstrategie des Freistaats verteidigt.

Frankfurt am Main - "Anders als in Asien sind bei uns vor allem Forschung und Entwicklung unterstützt worden. Das ist ein gewaltiger Unterschied, und deshalb ist die Innovationsfähigkeit am Standort so erhaltenswert", sagte Tillich der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe).

Tillich äußerte sich zugleich optimistisch, dass nicht nur die gesamte Mikroelektronik-Industrie in Sachsen die derzeitige Krise überstehen werde, sondern auch Qimonda. Die Firma habe ein "im Weltmarkt konkurrenzloses" Produkt. "Wenn es dem Insolvenzverwalter gelingt, den wettbewerbsfähigen Teil zu erhalten, dann hat Qimonda gute Chancen, wieder ganz vorne mitzuspielen", sagte Tillich.

Qimonda hatte vor einer Woche Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé will bis März ein "Restrukturierungskonzept" zur Zukunft des Unternehmens vorlegen. Nach seinen Angaben haben sich bereits erste Interessenten gemeldet.

In Dresden beschäftigt Qimonda rund 3000 Mitarbeiter. Der DGB befürchtet nach der Pleite Auswirkungen auf die Zulieferer und den Abbau von insgesamt 5000 Arbeitsplätzen am Standort. Am kommenden Dienstag wollen die Dresdner Qimonda-Beschäftigten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren.

manager-magazin.de mit Material von ddp