Gewinnsprung Amazon widersteht dem Abwärtstrend

Amazon hat trotz der Konjunkturkrise im Schlussquartal 2008 einen kräftigen Gewinnsprung erzielt. Damit hängte der Onlinehändler den großen Rest der Branche ab. Die guten Zahlen hat das Unternehmen vor allem dem starken Weihnachtsgeschäft zu verdanken, das besser verlief denn je.

Seattle - Der Überschuss von Amazon  stieg im Schlussquartal 2008 um fast 9 Prozent auf 225 Millionen Dollar (171 Millionen Euro). Der Umsatz kletterte auch dank des internationalen Erfolgs um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, wie Amazon am Donnerstagabend am Konzernsitz in Seattle (Bundesstaat Washington) mitteilte.

Amazon schlug sich damit weit besser als der große Rest der Branche. US-Rivale Ebay etwa hatte zum Jahresende ein enttäuschendes Geschäft erlebt und erlitt einen steilen Gewinneinbruch. Mit den Zahlen übertraf Amazon die Erwartungen der Börsianer klar. Die Aktie schoss am Freitagmorgen um mehr als 10 Prozent auf rund 44 Euro in die Höhe.

Amazon erzielt mittlerweile fast die Hälfte seiner Umsätze außerhalb Nordamerikas mit Deutschland als einem der wichtigsten Märkte. International kletterten die um Währungseffekte bereinigten Erlöse im Schlussquartal um 31 Prozent. Im Gesamtjahr erhöhte sich der Überschuss um 36 Prozent auf 645 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um fast 30 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar zu. Das Weihnachtsgeschäft war das beste in Amazons rund 15-jähriger Firmengeschichte.

Für das laufende erste Quartal erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 4,53 und knapp 4,93 Milliarden Dollar und damit ein Plus um bis zu 19 Prozent. Der operative Gewinn werde dagegen maximal um 6 Prozent auf 210 Millionen Dollar steigen und im schlechtesten Fall sogar um mehr als ein Drittel sinken. Aktienvergütungen für Mitarbeiter und Abschreibungen würden auf das Ergebnis drücken.

Amazon weitet seine Aktivitäten laufend durch neue Produkte für den Versand oder zum Download aus. Auf der Plattform bieten zudem immer mehr Drittanbieter ihre Waren an, was Ebay  verschärft unter Druck setzt.

Mit seinem E-Book-Lesegerät Kindle ist Amazon längst auch Anbieter eigener Hardware. Das in Deutschland noch nicht verfügbare Gerät habe sich zuletzt sehr gut verkauft, sagte Amazon-Chef Jeff Bezos, ohne Zahlen zu nennen. Im Februar soll laut Branchengerüchten die zweite Generation vorgestellt werden. Seine enormen Computerkapazitäten für den Onlinehandel bietet Amazon zudem anderen Unternehmen zur Nutzung an. Die Zusammenballung unzähliger Computer via Internet wird als Cloud (Wolke) bezeichnet. Das Cloud Computing gilt als Zukunftsmarkt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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