Absatzkrise SAP baut weltweit rund 3000 Stellen ab

Der Softwarekonzern SAP will mit dem Abbau von rund 3000 Stellen auf die jüngste Absatzkrise reagieren. So sollen Kosten im dreistelligen Millionenbereich gespart werden. SAP erwartet zudem einen Rückgang der operativen Marge.

Frankfurt - Die SAP AG  teilte am Mittwoch mit, weltweit solle die Stellenzahl bis Jahresende unter "konsequenter Ausnutzung" der natürlichen Fluktuation auf 48.500 sinken. Dadurch ergäben sich ab 2010 Einsparungen von 300 bis 350 Millionen Euro.

SAP erwartet zudem im laufenden Jahr aufgrund schwieriger Marktbedingungen einen Rückgang der operativen Marge. Wie das in Walldorf ansässige Unternehmen am Mittwoch mitteilte, soll der Wert zwischen 24,5 Prozent und 25,5 Prozent liegen. Die Planung schließe einmalige Kosten von 200 Millionen bis 300 Millionen Euro in Zusammenhang mit einer geplanten Stellenreduzierung ein. 2008 lag die operative Marge bei 28,4 Prozent.

Der Ausblick basiere auf der Annahme, dass die software- und softwarebezogenen Serviceerlöse in einer Spanne zwischen dem Vorjahreswert und bis zu ein Prozent unter dem Vorjahreswert von 8,62 Milliarden Euro liegen würden. Die Prognosen basieren auf Non-GAAP und beinhalten damit auch bestimmte Umsätze der Tochtergesellschaft Business Objects, die SAP nach US-GAAP nicht in voller Höhe ausweisen darf. Daneben sind sie bereinigt um Währungseinflüsse und akquisitionsbedingte Aufwendungen.

Das Betriebsergebnis stieg 2008 um 4 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro und lag damit deutlich höher als von Analysten erwartet. Die Finanzexperten hatten befürchtet, dass der Betriebsgewinn von SAP um 1,7 Prozent auf 2,69 Milliarden Euro gesunken sei. Der Umsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr von 10,24 auf 11,73 Milliarden Euro. Die von Analysten bei 8,46 Milliarden Euro erwarteten Erlöse aus dem Verkauf von Software und Wartung traf SAP punktgenau. Dies bedeutet einen Anstieg um 14 Prozent zum Jahr 2007.

SAP hat im vergangenen Jahr 14,6 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Wie der Walldorfer Softwarekonzern mitteilte, entspricht dies rund 1,2 Prozent der ausstehenden Aktien. Diese seien jeweils zu einem durchschnittlichen Kurs von 33,34 Euro erworben worden, woraus sich ein Gesamtbetrag von 486,8 Millionen Euro ergibt. Von den zurückgekauften Aktien seien 3,2 Millionen Stück im Rahmen von Aktienoptionsprogrammen an Mitarbeiter ausgegeben worden. Zum 31. Dezember 2008 verfügte SAP den weiteren Angaben zufolge über 38,5 Millionen eigene Aktien (rund 3,1 Prozent der ausstehenden Aktien). Im vierten Quartal hat der Dax-Konzern  keine Aktien zurückgekauft.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und dow jones

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