Freitag, 13. Dezember 2019

Milliardenverlust Philips baut 6000 Jobs ab

Der Elektronikkonzern Philips hat erstmals seit sechs Jahren rote Quartalszahlen ausgewiesen. Eine Prognose für das laufende Jahr wollte Philips-Chef Gerard Kleisterlee wegen der "beispiellosen Geschwindigkeit und Heftigkeit" der Krise nicht abgeben. 6000 Stellen sollen gestrichen werden, einige davon in Deutschland.

Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips Börsen-Chart zeigen ist gegen Ende des Jahres schwer von der Wirtschaftsflaute erwischt worden. Das Geschäft ging zurück, hohe Abschreibungen auf Firmenwerte und -anteile führten im Schlussquartal zu tiefroten Zahlen. Konzernchef Gerard Kleisterlee kündigte daraufhin am Montag einen verschärften Sparkurs an: Rund 6000 Stellen sollen im Laufe des Jahres wegfallen.

Krisenkampf bei Philips: Die laufenden Sparprogramme sollen jährlich 400 Millionen Euro mehr in die Kasse spülen
Davon entfielen rund 220 Arbeitsplätze auf Deutschland, sagte ein Philips-Sprecher gegenüber manager-magazin.de. "Die Maßnahmen für Deutschland haben wir bereits im Herbst angekündigt", sagte der Sprecher. Sie fließen in die weltweiten Stellenkürzungen mit ein, die Kleisterlee heute ankündigte.

Der Großteil der deutschen Jobkürzungen, nämlich 130 Stellen, soll demnach in der Health-Care-Sparte, also in der Produktion von medizinischen Großgeräten, gekürzt werden. Weitere 90 Arbeitsplätze würden bei der Produktion von Autolampen in Aachen wegfallen.

Von Oktober bis Dezember war die Zahl der Mitarbeiter bereits von 128.000 auf 121.000 gesunken. Eine Aussage dazu, wie Philips im Jahr abschneiden wird, traute sich Kleisterlee angesichts der "beispiellosen Geschwindigkeit und Heftigkeit" der Flaute nicht zu.

Unter dem Strich lief im Schlussquartal ein Verlust von 1,470 Milliarden Euro auf. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 1,398 Milliarden Euro verdient, was im Wesentlichen durch Anteilsverkäufe gelungen war. Die Krise meistern will Kleisterlee nun mit strikter Kostendisziplin. Durch die laufenden Sparprogramme und den Umbau des Unternehmens sollen rund 400 Millionen Euro pro Jahr mehr in der Kasse übrig bleiben. Ab der zweiten Jahreshälfte soll die Initiative greifen, die bislang vor allem viel Geld gekostet hat. Die Börsianer nahmen das als Hoffnungsschimmer: Die Philips-Aktie Börsen-Chart zeigen stieg am Montagmorgen um mehr als 8 Prozent.

Die wirtschaftlichen Aussichten verdunkeln sich dabei immer weiter. Von Oktober bis Dezember war der Umsatz von 8,365 auf 7,623 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Konsumelektronik und hier insbesondere das TV- und Videogeschäft brach ein, aber auch Teile des Lichtgeschäfts litten. Letztgenannte Sparte liefert unter anderem der Autoindustrie zu, deren Verkäufe zum Jahresende drastisch zurückgegangen waren.

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